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| 15:31 Uhr

Studie
Fast jeder fünfte Lausitzer ist armutsgefährdet

Rentner sind in Brandenburg vergleichsweise selten von Armut bedroht. Häufiger trifft es Alleinerziehende und junge Männer in der Ausbildungsphase.
Rentner sind in Brandenburg vergleichsweise selten von Armut bedroht. Häufiger trifft es Alleinerziehende und junge Männer in der Ausbildungsphase. FOTO: Karl-Josef Hildenbrand / dpa
Cottbus/Potsdam. In der Lausitz ist fast jeder Fünfte gefährdet, in Armut abzurutschen. Das geht aus einer Erhebung des Brandenburger Landesamtes für Statistik hervor. Besonders gefährdet sind junge Männer. Von Bodo Baumert

17,9 Prozent der Cottbuser sind laut den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Landesamtes für Statistik von Armut bedroht. Das ist der zweithöchste Wert in Brandenburg. Nur in Brandenburg/Havel liegt der Anteil noch höher. In den Lausitzer Landkreisen ist die Armutsquote ähnlich hoch: 17,6 in Spree-Neiße, 17,2 in Elbe-Elster, 16,1 in OSL. Nur Dahme-Spreewald (12,0) steht, ähnlich wie der Speckgürtel deutlich besser da.

Brandenburgweit liegt der Anteil der von Armut Gefährdeten bei 13,4 Prozent, deutschlandweit sind es 15,7. Gemessen wird jeweils das bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen. Liegt das unter 60 Prozent des Bundesdurchschnitts sprechen die Statistiker von Einkommensarmut. Fehlende Teilhabe an den Reichtümern und Errungenschaften der Gesellschaft beziehungsweise fehlende soziale Sicherheit und soziale Integration sind die Folgen. Die aktuell erhobenen Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016. Als armutsgefährdet gilt demnach, wer monatlich weniger als 922 Euro verdient – und als arm bei einem Monatseinkommen unter 769 Euro.

Personen im Ausbildungsalter zwischen 18 bis unter 25 Jahren sind mit 26,1 Prozent vergleichsweise am stärksten von Armut gefährdet, Männer noch stärker als Frauen. Kinder bis unter 18 Jahren sind mit 17,9 Prozent überdurchschnittlich und Personen im Ruhestandsalter ab 65 Jahren mit 8,9 Prozent unterdurchschnittlich oft betroffen. So die Ergebnisse des Sozialreports.

Arbeitslosigkeit bedeutet oft drohende Armut: Fast dreiviertel (72,9 Prozent) der Langzeitarbeitslosen leben mit diesem Risiko. Und selbst unter den erwerbstätigen Brandenburgern liegen trotz des Mindestlohns sieben Prozent unterhalb des Monatseinkommens von 922 Euro. Bei den Teilzeitbeschäftigten sind es sogar fast 18 Prozent.

Brandenburger mit Migrationshintergrund haben ein fast drei Mal so hohes Armutsrisiko (32,9 Prozent) im Vergleich zu Brandenburgern ohne Migrationshintergrund (12,1 prozent) und befinden sich damit weit über dem Durchschnitt. (mit dpa)