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| 18:15 Uhr

Gefälschtes Video sorgt in Potsdam für Ärger
Fake-Kampagne gegen Tierhaltung

Potsdam. Auf den ersten Blick sieht das Youtube-Video so aus wie ein Stück der offiziellen Brandenburger Landeskampagne: „Es kann so einfach sein“. Doch das mit dem offiziellen Landeslogo verbreitete Video zeigt große Schweineställe und andere Einrichtungen der Massentierhaltung. Von Benjamin Lassiwe

Auf den ersten Blick sieht das Youtube-Video so aus wie ein Stück der offiziellen Brandenburger Landeskampagne: „Es kann so einfach sein“. Doch das mit dem offiziellen Landeslogo verbreitete Video zeigt große Schweineställe und andere Einrichtungen der Massentierhaltung.

„Wenn Sie hier investieren, können Sie mit unserer Unterstützung rechnen“, sagt eine Frauenstimme. „Denn wir setzen klar auf das Wachstum der Tierhaltung in Brandenburg – was Umwelt- und Tierschutzauflagen betrifft, da lassen wir auch einmal fünfe gerade sein.“ Am Ende verweist das Video auf eine Website: www.es-kann-so-einfach-sein.net, die unter anderem ein erfundenes Zitat von Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) präsentiert. Denn genau wie das Video lehnt sich die Website eng an die neue Kampagne der Landesregierung an – doch sie ist gefälscht. Tatsächlich wird die Seite auf einem Server in Panama gehostet. Und eine auf der Website angegebene Telefonnummer ist nicht vergeben. Wer der wirkliche Urheber von Film und Video ist, war am Mittwoch nicht feststellbar.

In Potsdam sorgte die gefälschte Website für heiße Debatten. „Dass man zweimal hinsehen muss, um das als Satire zu erkennen, ist doch das eigentlich Erschreckende“, sagte der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Benjamin Raschke. „Das zeigt doch, dass in der Brandenburger Agrarpolitik einiges schiefläuft.“ Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) will Clip und Website rechtlich prüfen lassen.