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| 02:44 Uhr

Fahrgastverband Pro Bahn fordert Korrekturen am Fahrplan des RE 2

30 Sekunden Zeit zum Aus- und Einsteigen – mehr ist im Fahrplan nicht vorgesehen.
30 Sekunden Zeit zum Aus- und Einsteigen – mehr ist im Fahrplan nicht vorgesehen. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus/Potsdam. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf, sich endlich den Problemen der ständigen Zugverspätungen auf der RE 2-Strecke zwischen Cottbus, Berlin und Wismar anzunehmen. Gegenüber der RUNDSCHAU verlangt Landeschef Dieter Doege, "den Fahrplan zu entzerren und damit Pünktlichkeit zu ermöglichen". Christian Taubert / dpa/bl

Der Pro Bahn-Chef sieht es nach fast einem Jahr, in dem die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) die Strecke bedient, als "unzumutbar an, dass Unpünktlichkeit zur Normalität auf der Strecke gehört". Dabei habe sich nach der jüngsten Sitzung im Verkehrsausschuss des Landtages herauskristallisiert, dass der Fahrplan viel zu eng gestrickt sei.

"Diese Realität muss der VBB endlich anerkennen und Lösungen anbieten", erklärt Doege. Die Auffassung des VBB, dass die Odeg gewusst habe, worauf sie sich bei der Ausschreibung eingelassen habe, stimme nicht. Damals sei die Streckenführung über Jüterbog noch eine ganz andere gewesen.

Pro Bahn stellt sich damit an die Seite der Odeg, die den VBB-Fahrplan für nicht praktikabel hält. "Ein theoretischer Fahrplan hilft niemandem", sagt Odeg-Chef Arnulf Schuchmann. 30-Sekunden-Halte seien schlichtweg unrealistisch. "Schon fünf Mal 20 Sekunden mehr zum Ein- und Aussteigen würden uns helfen", betont Schuchmann. Der Cottbuser IHK-Verkehrsexperte Jens Krause unterstützt Schuchmann, dass es niemandem nütze, wenn die Odeg 50 Tage im Jahr mit viel Glück pünktlich fahre, aber 300 Tage verspätet sei. "Der Reisende erwartet zurecht Verlässlichkeit", sagt Krause und hofft auf Korrekturen zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Unterdessen erklärt ein VBB-Sprecher gegenüber der RUNDSCHAU, dass es offenbar nicht nur einen Grund für die Probleme mit dem RE 2 gebe. Er kündigt aber an, dass auch der Fahrplan unter die Lupe genommen werde.

Die Odeg und der RE 2:

www.lr-online.de/odeg

Zum Thema:
Die Deutsche Bahn will nach Medieninformationen möglicherweise ihre Fahrpreise erhöhen. Eine Sprecherin bestätigte die Berichte am Sonntag allerdings nicht und verwies auf eine geplante Presseinformation am Dienstag. Laut "Bild am Sonntag" soll ein Großteil der Tickets mit Beginn des Winterfahrplans am 15. Dezember um zwei bis drei Prozent teurer werden. Als Grund nannte das Blatt gestiegene Personalkosten der Bahn. Auch "Der Spiegel" berichtete von möglicherweise steigenden Kosten für Bahnkunden. Das Magazin nannte aber eine andere Ursache. Wegen der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, dass Bahnkunden auch bei Verspätungen durch höhere Gewalt Geld zurückbekommen, sei nicht ausgeschlossen, dass es zu höheren Ticketpreisen kommen könne. Laut den Berichten sollen von der möglichen Preiserhöhung aber die Bahncard und auch Monatskarten ausgenommen sein. Auch auf der durch das diesjährige Hochwasser schwer beschädigten und darum von großen Verspätungen betroffenen Strecke Berlin-Hannover sollen die Preise gleich bleiben. dpa/bl