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| 02:37 Uhr

Extrem hoher Krankenstand beim Gefängnispersonal

Potsdam. Mehr als jeder zweite Vollzugsbeamte in Brandenburgs Gefängnissen ist älter als 50 Jahre. Viele Mitarbeiter sind überlastet. Das hat Folgen. dpa/kr

Der Krankenstand bei Brandenburgs Gefängnispersonal ist sehr hoch. Im Vorjahr waren 16,3 Prozent aller Beschäftigten in Haftanstalten länger als ein halbes Jahr krankgemeldet. Das sind fast fünf Prozentpunkte mehr als 2010, wie das Justizministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen mitteilte. Abhilfe soll ein Gesundheitsmanagement schaffen. Dabei geht es um bessere Arbeitsabläufe, Schulungen zur Stressbewältigung sowie Angebote von Sportkursen.

Als Hauptgrund für den hohen Krankenstand gilt die Überlastung der Vollzugsbeamten. Mehr als die Hälfte von ihnen ist älter als 50 Jahre. Der Chef des Brandenburger Landesverbandes der Justizbediensteten (BSBD), Rainer Krone, wirft dem Ministerium vor, Personalabgänge zwischen 2005 und 2009 seien nicht ausgeglichen worden. "Dadurch ist eine Lücke von mindestens 80 Beamten entstanden", sagte er.

Erst ab 2009 sei die Ausbildung von Nachwuchskräften wieder aufgenommen worden, sagte Krone. Bis 2019 scheiden nach den Angaben rund 260 Beamte aus dem Vollzugsdienst aus - höchstens 120 kommen dazu. Zudem musste das Gefängnispersonal mit Brandenburgs neuem Justizvollzugsgesetz zusätzliche Aufgaben bei der Betreuung von Häftlingen übernehmen, sagte er.