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Ex-Verfassungsschutz-Chef weist Vowürfe zurück

Potsdam. Der frühere Chef des Verfassungsschutzes im Land Brandenburg, Heiner Wegesin, hat den Verdacht zurückgewiesen, der Verfassungsschutz selbst könnte in einen rechtsextremen Anschlag verstrickt gewesen sein. "Da ist überhaupt nichts dran", sagte Wegesin am Donnerstag im NSU-Untersuchungsausschuss des Potsdamer Landtags. dpa/kr

Er reagierte damit auf Äußerungen von Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg, der als Zeuge über Merkwürdigkeiten des Anschlags auf den jüdischen Friedhof in Potsdam 2001 berichtet hatte. "Da gibt es einen Punkt, da kann ich ihm nicht folgen", sagte Wegesin, der 2000 bis 2004 Verfassungsschutz-Chef war. Zu dem Anschlag und weiteren Delikten hatte sich damals eine "Nationale Bewegung" bekannt. Die Gruppierung verschwand plötzlich, ohne dass die Polizei Verdächtige ermitteln konnte.

Wegesin sagte, die Hintergründe der Anschlagsserie seien weiter offen. Bei dem Brandanschlag in der Nacht zum 8. Januar 2001 hatten Unbekannte einen Brandsatz, der aus zwei mit Benzin gefüllten Tetrapacks und einer Kerze bestand, vor die Hintertür der Trauerhalle gestellt. Durch die Flammen wurde die Tür stark beschädigt und die Halle verrußt. Der NSU-Untersuchungsausschuss soll mögliche Fehler der Behörden bei der Aufklärung der NSU-Terrorserie aufklären.