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| 17:49 Uhr

Kirche
Evangelische Sorben wollen Personalgemeinde gründen

Beim Wendischen Kirchgang sind die Frauen in schwarzen Trachten unterwegs.
Beim Wendischen Kirchgang sind die Frauen in schwarzen Trachten unterwegs. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Potsdam. Die Sorben und Wenden in der evangelischen Kirche planen die Gründung einer eigenen Gemeinde. Wer sich der wendischen Sprache verbunden fühle, solle neben der Mitgliedschaft in der eigenen Gemeinde auch in eine überörtliche wendische Personalgemeinde eintreten können. Von Benjamin Lassiwe

Das sagte der Vorsitzende des „Vereins zur Förderung der wendischen Sprache in der Kirche“, Pfarrer Hartmut Leipner, am Dienstag während der Sitzung des Sorben- und Wendenbeirats im Potsdamer Landtag.

„Wir wollen eine landeskirchliche wendische Gemeinde bilden, wo wir alle, die Interesse an der Sprache haben, zusammenführen.“ Langfristig sei es geplant, ein wendisches Gemeindezentrum in Cottbus zu schaffen. Insgesamt habe sich der wendische Gottesdienst in der Lausitz erfolgreich entwickelt: Jährlich gebe es in der Ekbo zehn bis zwölf wendische Gottesdienste, an denen durchschnittlich 75 Menschen teilnehmen. Im vergangenen Jahr wurden wegen des Reformationsjubiläums sogar 100 wendische Gottesdienste mit 1300 Gottesdienstbesuchern gefeiert.

Wie Leipner weiter mitteilte, werde es ab 2019 die Herrnhuter Losungen auch auf Niedersorbisch geben. Zudem soll bereits im September 2018 eine elektronische Neuauflage der wendischen Bibel erscheinen.