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Evangelische Kirche will sich stärker in der Lausitz einbringen

Berlin. Die Evangelische Kirche will sich stärker in die Debatten um den Strukturwandel in der Lausitz einbringen. Auf der heute Abend in Berlin beginnenden Ekbo-Herbstsynode wollen die Kirchenparlamentarier die Gründung eines "Zentrums für Dialog und Wandel" beschließen, für das die Landeskirche pro Jahr 100 000 Euro in ihren Haushalt einstellen will. Benjamin Lassiwe/iwe1

Einem vom ständigen Ausschuss "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" verabschiedeten Konzept zufolge, das der RUNDSCHAU vorliegt, sollen sich zudem die Kirchenkreise der Region mit jeweils 25 Cent pro Gemeindeglied an der Finanzierung beteiligen.

Damit setzt die Landessynode einen Beschluss der letzten Frühjahrssynode um, der die Ekbo-Kirchenleitung aufforderte, sich stärker in der Begleitung des Lausitzer Strukturwandels weg von der Braunkohle zu engagieren. Das Zentrum soll demnach der Verständigung aller in der Region tätigen Akteure dienen, Entwicklungspotenziale identifizieren und innovatives Handeln unterstützen. Ferner sollten Betroffene beraten, Netzwerke geknüpft und spirituelle Angebote gemacht werden.

Daneben wollen die Kirchenparlamentarier auf ihrer bis zum Samstag dauernden Tagung unter anderem das kirchliche Friedhofswesen neu regeln. So sollen auf evangelischen Friedhöfen künftig auch muslimische Bestattungen möglich werden: Kirchengemeinden können bei Bedarf Areale ihres Friedhofs bestimmen, auf denen dann Bestattungen nach islamischer Vorschrift durchgeführt werden - wo also beispielsweise anstatt eines Sarges ein Leichentuch zum Einsatz kommt.

Allerdings dürfe das Landesrecht dem nicht entgegenstehen. Zudem enthält das neue kirchliche Friedhofsgesetz Vorschriften etwa über Ruhezeiten, die Schließung von Friedhöfen und den Einsatz säkularer Grabredner auf kirchlichen Friedhöfen.