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Evangelische Kirche will gleichgeschlechtliche Paare trauen

Berlin. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will im Frühjahr 2016 die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mit der Trauung von Heterosexuellen gleichstellen. Das beschloss die Landessynode am Sonnabend in Berlin. las

Bis dahin soll die Kirchenleitung um Landesbischof Markus Dröge liturgische Ordnungen und Texte erarbeiten und die nötigen Rechtsvorschriften anpassen.

Dröge hatte sich vor der Synode zuvor dafür ausgesprochen, die Debatte um die Trauung schwuler und lesbischer Paare gründlich zu führen, und möglichst viele Kirchenmitglieder "dabei mitzunehmen". Vor allem in theologisch konservativen, ländlichen Gemeinden wird die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare abgelehnt, mehrere Mitglieder des evangelischen Kirchenparlaments hatten deswegen in der Debatte vor einer Spaltung der Landeskirche gewarnt.

Seit 2002 können sich in der Berlin, Brandenburg und Ost sachsen umfassenden Landeskirche schwule und lesbische Paare, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind, in öffentlichen Gottesdiensten segnen lassen.

In den vergangenen Monaten hatten bereits die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers die kirchliche Trauung für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. In anderen Landeskirchen, etwa in Sachsen, ist die Segnung dagegen nur im seelsorgerlichen Rahmen möglich.

Zudem forderte das evangelische Kirchenparlament am Samstag in einem Beschluss eine "rechtlich gangbare Lösung" für rund 100 einst auf dem Berliner Oranienplatz campierende Flüchtlinge, die sich derzeit in kirchlicher Obhut befinden. In seinem "Wort des Bischofs" hatte Dröge erneut für die Schaffung einer Seenotrettung für Mittelmeerflüchtlinge plädiert.