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Evangelische Kirche plant Trauung homosexueller Paare

Der Berliner Pfarrer Martin Germer plädiert eindringlich für den Beschluss.
Der Berliner Pfarrer Martin Germer plädiert eindringlich für den Beschluss. FOTO: dpa
Berlin. Die Evangelische Kirche in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz denkt darüber nach, homosexuelle Paare künftig kirchlich zu trauen. Die in Berlin tagende Landessynode berät derzeit über einen Antrag, die seit 2002 bestehenden Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare mit Trauungen gleichzustellen. B. Lassiwe

Am Freitag zeichnete sich ab, dass die Synode am heutigen Samstag beschließen wird, die Kirchenleitung mit der Erarbeitung entsprechender Vorlagen bis zur Herbstsynode zu beauftragen.

"Ich spreche aus tiefster Überzeugung dafür, dass wir an dieser Stelle einen Schritt weitergehen", sagte der Pfarrer an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Martin Germer. "Meine Erfahrung ist, dass es schon bei den Segnungen für viele Paare ein ganz großes Glück ist, zu erfahren, dass die Kirche solche Handlungen möglich macht." Dagegen plädierte der Neuenhagener Synodale Jürgen Israel gegen den neuen Antrag. 2002 habe er sich aktiv für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingesetzt. Für den weitergehenden Antrag könne er nicht stimmen, weil er fürchte, dass dadurch ein Keil in die Landeskirche getrieben werde. Im ländlichen Raum sei die Einführung einer Trauung für gleichgeschlechtliche Paare schwer vermittelbar.

Auch der Langengrassauer Pfarrer Frank Gehrmann sprach sich für eine gründliche Debatte aus. Letztlich war es aber Bischof Markus Dröge, dessen Votum in der Debatte den Ausschlag gab. Er sei "ganz für die Zielrichtung des Vorschlags", plädierte aber dafür, "möglichst viele Menschen mitzunehmen".

Vor einem Synodenbeschluss sollte daher zunächst in den Kirchengemeinden, unter den Superintendenten und mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg diskutiert werden.