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Erste Analyse zu Rutschung im Tagebau Jänschwalde vor Ostern

Cottbus. . Noch vor Ostern soll voraussichtlich eine erste geotechnische Analyse der Böschungsrutschung im Tagebau Jänschwalde (Spree-Neiße) vorliegen. sim

Das kündigte Klaus Freytag, Chef des Brandenburger Landesamtes für Bergbau und Geologie, auf Nachfrage an. In etwa drei Wochen soll dann der Abschlussbericht der Untersuchungen mit dem Tagebaubetreiber Vattenfall besprochen werden.

Am vorigen Freitag war die Böschung über dem Kohleflöz auf etwa 450 Meter Länge in Bewegung geraten und hatte einen darunter stehenden Kohlebagger beschädigt. Menschen waren dabei nicht in Gefahr, weil sich die Bergleute vor Ort nach Angaben von Klaus Freytag sehr aufmerksam und verantwortungsbewusst verhalten hätten: "Als sie erste dünne Risse in der Böschung bemerkten, wurde das Personal aus diesem Bereich sofort zurückgezogen."

Ursache der Rutschung könnte nach Auffassung von Klaus Freytag die Wechselwirkung zwischen gleitfähigen Erdschichten unter der Kohle und dem Gewicht der benachbarten Abraumkippe sein. "Das ist wie ein flacher Schüsselboden, in dem das Kippengewicht Erdmassen unter der Kohle durch in die gegenüberliegende Böschung drücken kann." Dadurch könne diese Böschung in Bewegung geraten.

Vor einigen Jahren, so der Chef des Landesbergamtes, habe es einen ähnlichen Vorgang schon mal im Tagebau Welzow-Süd (Spree-Neiße) gegeben. Als Konsequenz werde dort die Kohle seit dem so abgebaut, dass immer wieder Rippen des Flözes ausgespart werden, die stehen bleiben und stabilisierend wirkten.

In Jänschwalde wird seit Montag zwar wieder Kohle gefördert, bis zur endgültigen Ursachenklärung jedoch in einer Sicherheitsfahrweise. Trotz moderner Technik sei Braunkohlebergbau auch heute nicht ungefährlich und erfordere immer hohe Aufmerksamkeit der Beschäftigten.