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| 11:54 Uhr

Erste Hinweise auf die Täter
Ermittlungen gegen Cottbuser Einsatzleiterin nach Ku-Klux-Klan-Aktion

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) äußert sich zu Polizeieinsatz in Cottbus.
Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) äußert sich zu Polizeieinsatz in Cottbus. FOTO: ZB / Ralf Hirschberger
Potsdam/Cottbus. Das kurze Zeigen eines Ku-Klux-Klan-Banners bei den Feiern nach dem FCE-Aufstieg auf dem Cottbuser Altmarkt hat zu Ermittlungen gegen die Einsatzleiterin der Polizei geführt. Im Landtag machte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag deutlich, dass der Polizeieinsatz nach dem Spiel in der Stadt insgesamt einige Fragen aufwirft. Von Simone Wendler

Die Cottbuser Polizei hätte beim Zeigen eines Banners mit Ku-Klux-Klan-Symbol am Sonntagabend auf dem Cottbuser Altmarkt in jedem Falle einschreiten müssen, selbst wenn sie die Symbolik nicht sofort zweifelsfrei erkannt hätte. Das stellte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter in der Fragestunde des Brandenburger Landtages am Donnerstagvormittag fest.

Es gebe deshalb nun ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitlung im Amt gegen die Einsatzführerin der Polizei am Tage des entscheidenden Aufstiegsspieles in Cottbus und gegen andere Beamte. Nach Angaben Schröters hatten sich auf dem Platz gegen 19.00 Uhr Hunderte Fans versammelt, darunter auch Personen, die der Polizei als problematisch bekannt waren.

Dann seien mehrere Nebeltöpfe und Bengalos entzündet und das Banner entrollt worden. Es trug die Aufschrift „Aufstieg des Bösen“, ein Filmtitel über den Aufstieg Adolf Hitlers. Die Aktion im Stil eines Flashmobs, von der ein Foto gemacht wurde, dauerte laut Innenminister nur wenige Minuten. Die Polizeiführerin habe sich dabei in der Nähe des Geschehens befunden. Auch wenn ein unmittelbares Eingreifen vielleicht im Hinblick auf eine mögliche Eskalation unterblieben sei, hätten unbedingt die Personalien der Beteiligten festgestellt werden müssen.

Ausreichende Gründe für ein Einschreiten hätte es jedoch unabhängig von den Ku-Klux-Klan-Mützen und der Bannersymbolik gegeben: Verstoß gegen Vermummungsverbot, gegen Versammlungsgesetz und gegen illegalen Pyroeinsatz. Kritisch zu überprüfen sei außerdem, warum von zwei Hundertschaften, die an diesem Tag in Cottbus neben 60 eigenen Kräften der Polizeidirektion Süd im Einsatz waren, eine Hundertschaft bereits um 18.00 Uhr aus dem Dienst entlassen wurde.

Bei einem solchen Aufstiegsspiel seien die Stunden nach dem Abpfiff erfahrungsgemäß besonders kritisch. Schröter stellte außerdem klar, dass er von Brandenburger Polizisten erwarte, dass sie Ku-Klux-Klan-Symbolik sicher erkennen und einordnen können. Auf Nachfrage sagte er, dass die Nebeltöpfe und Bengalos vermutlich zuerst gezündet wurden um für die Vermummung Deckung zu liefern.

Trotz der schwierigen Ausgangslage gebe es erste Hinweise auf die Täter. Auch das Verfahren gegen sie werde bei der Staatsanwaltschaft Cottbus nun mit Hochdruck geführt.