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Erfolgreich für Brandenburgs Mittelstand

Potsdam. Eine erfolgreiche Zwischenbilanz hat Brandenburgs Bürgschaftsbank gezogen. Die von den Banken, den Kammern und den Wirtschaftsverbänden gemeinsam getragene Bank hat nach einer aktuellen Studie seit 1990 1,95 Milliarden Euro Kredite garantiert. Benjamin Lassiwe

Mehr als 6000 Unternehmen erhielten in dieser Zeit eine Bürgschaft des Instituts. Und der Landeshaushalt wurde dadurch um rund 1,1 Milliarden Euro entlastet.

"Wir sind keine klassische Bank", sagt der Direktor des Instituts, Milos Stefanovic, der RUNDSCHAU. "Wir geben keine Kredite, aber wir geben Sicherheiten für Kredite." Ziel des Unternehmens sei es, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Beantragung von Krediten zu unterstützen.

Rund 30 Prozent der von der Bürgschaftsbank verbürgten Unternehmen sind dabei Neugründungen. Sie haben seit 1990 mehr als 30 000 Arbeitsplätze im Land geschaffen. Und rund 94 000 Arbeitsplätze wurden durch die Bürgschaften der Bank gesichert. "Das sind Unternehmen, die sich zum Beispiel erweitern wollten", sagt Stefanovic. "Ohne Erweiterung wäre das Unternehmen vielleicht irgendwann in Probleme gekommen - mit unserer Bürgschaft hat man dann aber einen Kredit von der Hausbank erhalten."

Tatsächlich seien die Risiken für mittelständische Unternehmen in den neuen Bundesländern noch immer höher als in Westdeutschland: "Wir haben hier einen erheblich höheren Anteil an Klein- und Kleinstbetrieben", sagt Stefanovic. Die Lage in strukturschwächeren Gebieten führe dazu, dass die Finanzierung insgesamt anstrengender werde. Bis heute geben es in den neuen Bundesländern bis zu 30 Prozent weniger Gewerbeanmeldungen als in den alten Bundesländern.

Um Existenzgründer zu unterstützen, hat die Bürgschaftsbank vor einigen Jahren ein eigenes Konzept entwickelt: "Der Bob, die Bürgschaft ohne Bank", sagt Stefanovic. Wer sich selbstständig machen oder einen mittelständischen Betrieb übernehmen möchte, kann zur Bürgschaftsbank gehen, bevor er mit seiner Hausbank über den Kredit verhandelt. Dann wird geklärt, ob das Geschäftsmodell so solide ist, dass eine Bürgschaft dafür infrage käme. "Das erleichtert dem Mittelständler das Verhandeln mit der Hausbank", sagt Stefanovic. "Man ist dann nicht mehr bloßer Bittsteller - wenn man die Bürgschaft schon in der Tasche hat, sieht die Bank, dass man theoretisch auch woanders hingehen könnte."