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Entscheidung zur Bahnstrecke Cottbus-Görlitz bleibt offen

Ulrich Freese
Ulrich Freese FOTO: Felix Enzian (LR-COS-REM-321)
Berlin/Cottbus. In dieser Woche wurde der Bundesverkehrswegeplan im Verkehrsausschuss des Bundestags beraten. Die Grünenpolitiker Annalena Baerbock und Stephan Kühn sprachen sich für eine Vorfinanzierung der Bahnstrecke Cottbus-Görlitz aus. Nun äußert sich auch Ulrich Freese (SPD) zum Thema. rdh

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 erhitzt nach wie vor die Lausitzer Gemüter. Auch Ulrich Freese (SPD), Lausitzer Bundestagsabgeordneter, äußert sich zu den geplanten Vorhaben.

"Eine Entscheidung, die Elektrifizierung der Bahnstrecke Görlitz-Horka-Cottbus in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans aufzunehmen, ist noch nicht getroffen worden. Die Einstufung als vordringlicher Bedarf setzt eine wirtschaftliche Bewertung des Projekts voraus, diese steht noch aus", so Freese.

Nicht die Frage der Wirtschaftlichkeit dieser Strecke sei laut Freese das allein ausschlaggebende Kriterium. "Die Region Lausitz inklusive Görlitz bis hin nach Cottbus ist eine von einem tiefgreifenden Strukturwandel geprägte Region, die einen weiteren durchleben wird, der abhängig von der weiteren Nutzung der Braunkohle als Brücke ins regenerative Zeitalter ist."

Entscheidend bei der Bahnstrecke sei es, schnell ohne Umsteigen von Görlitz über Horka, Weißwasser, Spremberg, Cottbus nach Berlin und zurück reisen zu können. Berufliche Perspektiven als Pendler und eine günstige gute Bahnverbindung in die Region für die Wirtschaftsakteure sollten im Vordergrund stehen, sagt Ulrich Freese.

Der Grünenpolitiker Stephan Kühn hatte sich in dieser Woche geäußert, dass "die Elektrifizierung der Eisenbahnverbindung Cottbus-Horka-Görlitz in der Lausitz eine enorme Bedeutung für den Personen- wie für den Güterverkehr hat. Dieses Vorhaben ist ein zentrales Schlüsselprojekt, um den Strukturwandel in der Lausitz zu unterstützen", bekräftigt Kühn.

Für Freese ist das Thema noch längst nicht das Ende der Diskussion. "Wir stehen noch am Anfang des Entscheidungsprozesses. Ich bin mir sicher, dass die Länder Brandenburg und Sachsen in dieser Frage weiter aktiv bleiben werden."

Das meinte unter der Woche auch Annalena Baerbock: "Ein Signal an den Bund und an den Verkehrsausschuss wäre es, wenn Brandenburg und Sachsen nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG eine Vereinbarung zur Vorplanung der Elektrifizierung Cottbus-Görlitz anstreben und die Kosten dafür erstmal übernehmen", so die Grünenpolitikerin.