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Elbe-Elster ist sicherster Kreis im Land Brandenburg

Finsterwalde. Mit 6093 Straftaten pro 100 000 Einwohner ist der Elbe-Elster-Kreis an der letzten Stelle in der polizeilichen Kriminalstatistik des Landes Brandenburg im Jahr 2002 – und damit der sicherste von 15 Kreisen.. Zum Vergleich: Im Schutzbereich Oder-Spree/Frankfurt/ Oder sind 11 661 Straftaten, in Cottbus/Spree-Neiße 11 372, in der Prignitz 8 430 und im benachbarten Oberspreewald-Lausitz 7 871 Straftaten auf 100 000 Einwohner in die polizeiliche Kriminalstatistik eingegangen. Von Heidrun Seidel


Trotz des erfolgreichen letzten Platzes muss Polizeirat Sven Bogacz, Leiter des Schutzbereiches Elbe-Elster, einen leichten Anstieg der registrierten Straftaten zugestehen. Mit 7 864 Straftaten 2002 sind es immerhin 284 mehr als noch 2001. Beim genaueren Hinschauen zeigt sich: Die Hälfte davon sind Diebstahlsdelikte, fast 13 Prozent Fahrraddiebstähle, 11,5 Prozent Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit.
Eindeutig für den Elbe-Elster-Polizeichef: Das Gewaltpotenzial ist angestiegen. Für ihn besteht ein Zusammenhang mit der Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lage, die „zu Frustrationen führt. Den Umgang damit haben viele nicht gelernt.“ Sie leben ihn in Sachbeschädigungen oder tätlichen Angriffen aus. „Die Fähigkeit zur anderen Konfliktlösung ist oft nicht ausreichend ausgeprägt.“ Das spiegelt sich dann insbesondere auch bei jugendlichen Straftätern (bis 21 Jahre) wider, die mit 37,4 Prozent immer noch die größte Tätergruppe darstellen, bei Diebstählen sogar fast die Hälfte der Täter sind. Verschwindend gering - und damit entgegen mancher Stammtischparole - ist der Anteil von Ausländern an Straftaten. Von den 7 864 sind lediglich 130 durch Nichtdeutsche, wie sie die Statistik nennt, ausgeführt worden.
Um mehr als ein Drittel wuchsen die Zahlen bei den Rauschgiftdelikten. Den Zuwachs sieht Sven Bogacz einerseits real, anderseits aber auch dadurch zustande gekommen, dass die intensive Ermittlungsarbeit der Polizei viele Fälle aufdeckte und diese so zur Anzeige kommen konnten. Erschreckend: 69,3 Prozent dieser Tatverdächtigen sind unter 21 Jahre alt. Dieser hohe Anteil, so die Polizei, bedeute auch, dass die präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unbedingt fortgesetzt werden müsse.