| 02:38 Uhr

Einstiger DDR-Wachturm ist jetzt Mauer-Gedenkstätte

Grenzturm an der Kieler Straße in Berlin.
Grenzturm an der Kieler Straße in Berlin. FOTO: dpa
Berlin. Zur Berliner Mauer-Gedenkstätte gehört jetzt auch der DDR-Grenzturm an der Kieler Straße. Das seltene Relikt der deutschen Teilung war bislang von einem Verein als Gedenkort aufrecht erhalten worden. dpa/bob

Am Donnerstag übergab nun Jürgen Litfin symbolisch den Schüssel für den zwölf Meter hohen Betonklotz an Stiftungsdirektor Axel Klausmeier.

Jürgen Litfin ist der Bruder des ersten Berliner Maueropfers Günter Litfin. Der damals 24-Jährige war nur wenige Tage nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 gezielt von DDR-Transportpolizisten im Humboldthafen erschossen worden. Der junge Mann wollte zu seiner Arbeit als Schneider nach West-Berlin schwimmen.

Sein Bruder hatte den Wachturm im Bezirk Mitte nach der Wende zur Erinnerung an seinen getöteten Bruder ehrenamtlich hergerichtet und für Besucher seit 2003 geöffnet. In der Mini-Gedenkstätte für seinen Bruder zeigte Jürgen Litfin Fotos, Bilder und Aktenauszüge. Der Mauerbau am 13. August 1961 hat sich in sein Gedächtnis eingebrannt

Der Wachturm steht unweit der Stelle, an der Günter Litfin getötet wurde. Durch das DDR-Grenzregime starben an der Berliner Mauer nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen.

Der Vorsitzende des Stiftungsbeirats, Klaus-Dietmar Henke, würdigte Jürgen Litfins jahrzehntelanges Engagement, die Erinnerung an die Mauertoten zu bewahren.

Stiftungsdirektor Klausmeier versicherte, der Gedenkort solle vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Ab dem 26. August bis Ende Oktober gebe es samstags um 15 Uhr regelmäßig Führungen.