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| 15:18 Uhr

100 Euro Belohnung
Freiwillige für Statistik gesucht

Rudolf Frees, Vorstand Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, mit den statistischen Jahrbüchern von Berlin und Brandenburg des Jahres 201.
Rudolf Frees, Vorstand Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, mit den statistischen Jahrbüchern von Berlin und Brandenburg des Jahres 201. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Berlin. Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 für Berlin-Brandenburg gestartet. Benjamin Lassiwe

Wenn es um die Höhe der Sozialhilfe für bedürftige Menschen oder die Diäten für Landtagsabgeordnete geht, ist diese Frage relevant: Wie viel Euro gibt der durchschnittliche Brandenburger im Jahr für welchen Teil seines Haushalts aus? Wie viel Geld fließt in eine Urlaubsreise, wie viel Geld wird für Butter ausgegeben, was kostet das Auto? Um solche Daten zu ermitteln, findet alle fünf Jahre die „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“ statt, die vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt durchgeführt wird. Freiwillige aus allen Schichten der Gesellschaft erhalten Fragebögen zugeschickt und sollen dafür ein Vierteljahr lang ein Haushaltsbuch nach den Vorgaben der Statistiker führen.

 „In Brandenburg fehlen uns für dieses Jahr noch 626 Haushalte“, sagt Rudolf Frees, Direktor des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Weswegen das Amt gestern in der Landespressekonferenz um Hilfe rief. Denn die Teilnahme an der Umfrage ist keineswegs eine einfache Angelegenheit: Während bei mancher Meinungsumfrage am Telefon nur fünf bis sechs Fragen beantwortet werden müssen, wollen die offiziellen Statistiker alles ganz genau wissen. Mehr als 2200 Fragen sind für die „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“ zu beantworten. Zunächst gibt es einen allgemeinen Fragebogen, wo etwa nach Staatsangehörigkeit, Erwerbstätigkeit und Gebrauchsgütern im Haushalt gefragt wird. Dann gibt es einen weiteren Fragebogen, der Geld- und Sachvermögen erfasst. Und dann das Haushaltsbuch – wo etwa die Ausgaben an Imbissständen, für Schuhreparaturen und für Telegramme gesondert erfasst werden.

„Wir müssen immer mit Ausfällen rechnen, weil Teilnehmer die Stichprobe entnervt abbrechen“, sagt Veronika Kuchta, die als Referatsleiterin im Amt für Statistik für die Erhebung zuständig ist. Was angesichts der schieren Menge der Fragen aber auch alles andere als verwunderlich ist. Als kleinen Anreiz bietet das Amt deswegen allen, die bis zum Ende durchhalten, 100 Euro Belohnung an. Besonders gesucht werden derzeit in Brandenburg Arbeiterpaare mit Kindern, Landwirte, Selbstständige und arbeitslose Paare ohne Kinder. Die ersten Ergebnisse der Stichprobe werden dann ab Mitte 2019 veröffentlicht.