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Eingeschleuste Flüchtlinge aus Erstaufnahme verschwunden

Müllrose. Von den 51 irakischen Flüchtlingen, die die Bundespolizei in der Nacht zu Samstag auf der Ladefläche eines türkischen LKWs auf der Autobahn bei Müllrose fand, ist fast keiner mehr in Brandenburg. iwe/mit dpa

Wie der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt, Frank Nürnberger, am Montag bei einem Pressegespräch im Potsdamer Innenministerium berichtete, seien von den 50 nach Eisenhüttenstadt gebrachten Flüchtlingen am Morgen nur noch zwei in der dortigen Erstaufnahmestelle antreffbar gewesen. "Ein alleinreisender Minderjähriger, und einer, den wir fanden, nachdem er sich unter einem Bett versteckt hatte", sagte Nürnberger.

Die Übrigen seien wohl weitergereist, etwa zu Familienangehörigen, die bereits in Deutschland oder anderswo lebten. Sollten sie in den nächsten Tagen nicht an anderer Stelle in Deutschland einen Asylantrag stellen oder bei Behörden vorstellig werden, werde man eine Fahndung zur Festellung des Aufenthaltsortes einleiten. Die Erstaufnahmestelle sei aber grundsätzlich eine offene Einrichtung: "Wir können niemanden daran hindern, unser Gelände zu verlassen."

Die Bundespolizei hatte den Lastwagen mit den Menschen auf der Ladefläche am frühen Samstagmorgen auf der Autobahn 12 in der Nähe von Frankfurt (Oder) nahe der polnischen Grenze gestoppt. Nach Einschätzung der Ermittler ist die Schleuserfahrt von einer Gruppe organisiert worden. „Wir gehen davon aus, dass hinter der Schleusung eine Bandenstruktur steckt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag. Die Behörde prüft auch, ob es Zusammenhänge zu ähnlichen Einschleusungen in jüngerer Zeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet gibt.

Der türkische Lastwagenfahrer und ein mutmaßlicher Komplize aus Syrien, der sich mit den irakischen Flüchtlingen auf der Ladefläche befunden hatte, sitzen in Untersuchungshaft. Ob die Bundespolizei die Grenzgebiete zu Polen nach dem Vorfall noch häufiger kontrollieren wird blieb unklar. Aus einsatztaktischen Gründen machten die Beamten keine Angaben dazu.