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Ein geschenktes Palais für die Kunst

Das Palais Barberini mit seiner hochkarätigen Ausstellung ist eine weitere Attraktion der Brandenburger Landeshauptstadt.
Das Palais Barberini mit seiner hochkarätigen Ausstellung ist eine weitere Attraktion der Brandenburger Landeshauptstadt. FOTO: dpa
Potsdam. Von außen wirkt es historisch, aber innen ist es sehr modern. 17 Räume bieten 2200 Quadratmeter Platz für Kunst. Das Palais Barberini des Kunstmäzens Hasso Plattner in Potsdam öffnet seine Türen. Gudrun Janicke und Klaus Peters

Monet, Rodin, Munch, Nolde und Kandinsky. Werke zahlreicher bedeutender Künstler gehören zu dem Geschenk, das sich Software-Milliardär Hasso Platter zu seinem 73. Geburtstag leistet - und von dem auch die Stadt Potsdam profitiert. Einen Tag vor seinem Ehrentag öffnet Plattner dort sein Kunstmuseum Barberini. Der Sammler schenkt der Stadt damit eine weitere Attraktion. Die historische Mitte wird wiederbelebt. Viel Prominenz - auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Microsoft-Gründer Bill Gates - waren Gäste der Eröffnung.

Die Werke berühmter Maler zieren in den beiden ersten Sonderausstellungen die Wände der Räume. Über 140 Werke von Impressionisten werden gezeigt. 60 Arbeiten von Klassikern der Moderne wurden zusammengetragen - aus der ganzen Welt. Plattner sieht das als einen Vertrauensbeweis der Leihgeber. Dem Museum als Neuling in der Branche wurden Schätze zur Verfügung gestellt, betont er. Der geborene Berliner Plattner hat Wohnsitze in den USA, aber auch eine Villa in Potsdam. Der einstigen Preußen-Stadt ist er seit Jahren verbunden. Als großer Fan beobachtet er mit Argusaugen ihre Gestaltung. Dank seiner Millionenspenden war das alte preußische Stadtschloss wieder aufgebaut worden.

Der Milliardär wetterte zugleich gegen ein DDR-Hotel, das nach seiner Meinung den Blick auf die historische Mitte verschandelt. Nach Bürgerprotesten ließ er aber von dem Plan ab, dort seine Kunsthalle zu bauen. "Ich habe festgestellt, dass die Potsdamer mit dem Gebäude viele persönliche Erinnerungen verbinden", sagt er am Tag vor der Eröffnung seines nun an einem anderen Platz entstandenen Museums.

Potsdam würdigt Plattners Einsatz und verleiht ihm am Tag der Museums-Eröffnung die Ehrenbürgerwürde. Er habe sich in herausragender Weise um die Stadt verdient gemacht, begründete Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die Ehrung. "Er hat der Stadt in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Städtebau und Kultur durch sein Engagement und sein Wirken wichtige Impulse verliehen."

Das wiederaufgebaute Palais sieht Plattner als Glücksfall. Äußerlich passt es genau in die historische Mitte. Im Inneren gibt es 17 Säle mit perfekten Bedingungen für die kostbaren Bilder: mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Den Bau des Hauses hat Plattners Stiftung bezahlt, auch den Betrieb übernimmt sie.

Plattner erfüllt sich mit dem Haus auch einen Traum: Werke aus seiner privaten Kunstsammlung können der Öffentlichkeit gezeigt werden. Seit Mitte der 1980er-Jahre sammelt er nach Aktienverkäufen Kunst. Er kauft Werke von Impressionisten, aber auch von DDR-Malern. Sie müssten ihm gefallen, er vertraue ganz auf seinen eigenen Geschmack, beschreibt er seine Leidenschaft. Für das Museum sollen weitere Kunstwerke dazukommen.