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Ein Diamant aus Omas Asche?

Ein Diamant, der aus der Asche einer Verstorbenen gepresst wurde.
Ein Diamant, der aus der Asche einer Verstorbenen gepresst wurde. FOTO: dpa
Potsdam. In Brandenburg soll es künftig erlaubt sein, aus Teilen der Asche eines Verstorbenen zum Beispiel einen Diamanten pressen zu lassen. Das geht aus dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Brandenburgischen Bestattungsgesetzes hervor, den das Potsdamer Innenministerium vor Kurzem dem Landtag zuleitete. iwe1

"Die Entnahme einer geringfügigen Menge der Totenasche ist zulässig, wenn dies dem schriftlich verfügten Wunsch der verstorbenen Person entspricht und der Verwendungszweck dem sittlichen Empfinden der Allgemeinheit nicht widerspricht", heißt es in dem Entwurf, der der RUNDSCHAU vorliegt. Bislang bewegten sich Angehörige, die Totenasche für solche Zwecke verwendeten, in einer rechtlichen Grauzone. Sollte die Asche indes ohne Einwilligung des Verstorbenen entnommen werden, wäre das nach der Neuregelung eine Ordnungswidrigkeit. Möglich werden soll zudem eine Bestattung in historischen Mausoleen. Dafür hatten sich vor allem die Träger historischer Friedhöfe, etwa des Stahnsdorfer Südwestkirchhofs, eingesetzt. Um die oft aufwendig gestalteten Grabmale für die Nachwelt zu erhalten, könnten so Patenschaften eingeführt werden, bei denen sich die Förderer nach ihrem Tod dann in dem von ihnen gepflegten Mausoleum bestatten lassen können. Darauf hatte insbesondere der SPD-Landtagsabgeordnete Sören Kosanke hingewirkt, der Anfang des Jahres zu den Initiatoren eines Landtagsantrags zählte.

"Nachbesserungsbedarf" bei dem Gesetzesentwurf sieht hingegen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Wie Sprecherin Heike Krohn-Bräuer der RUNDSCHAU mitteilte, habe man aus "grundethischen Überlegungen heraus klare Auffassungen, die sich nicht mit dem Gesetzesentwurf decken".