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Ein bisschen Karibik in der Lausitz

Azurblau schimmert das Wasser des Partwitzer Sees am 18.07.2017 nahe dem Ort Lieske (Brandenburg, Luftaufnahme mit einer Drohne). Der Partwitzer See, der in Brandenburg und Sachsen liegt, wird derzeit bekalkt und das Wasser ist dadurch azurblau gefärbt.
Azurblau schimmert das Wasser des Partwitzer Sees am 18.07.2017 nahe dem Ort Lieske (Brandenburg, Luftaufnahme mit einer Drohne). Der Partwitzer See, der in Brandenburg und Sachsen liegt, wird derzeit bekalkt und das Wasser ist dadurch azurblau gefärbt. FOTO: dpa
Elsterheide. Herrlich türkisblaues Wasser. Nein, nicht Karibik - sondern Lausitz. Es gibt einen Grund für den Farb-Effekt in dem Tagebau-See. Touristen freut der Anblick. Von Anna Ringle, dpa

An einem Badesee in der Lausitz reibt sich zurzeit wohl so mancher die Augen: türkisblaues Wasser - ein bisschen Karibik-Flair mitten in Deutschland. Grund für die besondere Farbe des Partwitzer Sees sind Arbeiten des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die Wasserqualität soll durch die Zugabe von Kalkprodukten verbessert werden.

Der künstliche See, der auf der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg liegt, entstand in einer ehemaligen Braunkohlegrube, dem Tagebau Skado. Dieser war bereits zu DDR-Zeiten stillgelegt worden. Das Loch wurde mit den Jahren geflutet, der Partwitzer See hat heute eine Fläche von 1100 Hektar. Wie auch bei anderen künstlichen Bergbaufolgeseen in Ostdeutschland üblich, kümmert sich der bundeseigene Bergbausanierer LMBV um die Qualität des Gewässers.

Seit einiger Zeit fährt ein Gewässerbehandlungsschiff auf einem Teil des Partwitzer Sees und bringt nach LMBV-Angaben Branntkalk, Kalkhydrat und Kalksteinmehl hinein. Dadurch soll der ph-Wert verbessert werden. Diese Arbeiten werden noch das Jahr über dauern. In den Sommermonaten können Badegäste, Paddler und Segler den Südbereich des Gewässers trotzdem nutzen. Im Herbst kommt das Schiff dann auch dorthin.

Je nach Lichteinfall und Aussichtspunkt ist das türkisblaue Wasser besonders gut zu sehen. An manchen Tagen ist die beeindruckende Farbe besser als an anderen zu erkennen. Laut LMBV vermuten Fachleute, dass der Farb-Effekt an bestimmten chemischen Verbindungen liegt, die durch die Zugabe von Kalk entstehen. Wissenschaftlich untersucht sei das aber bislang nicht. Diese Phase der Gewässerkonditionierung machen den Angaben zufolge die allermeisten der Bergbaufolgeseen einmal durch. Je nach See dauere sie wenige Wochen bis mehrere Monate. Wenn sich dann später kleine Algen bilden, schlage die Farbe in das gewohnte dunklere Grünblau um, heißt es bei der LMBV. Der Partwitzer See ist derzeit der einzige mit türisblauem Karibik-Flair.

In der Lausitz entsteht ein ganzes Seenland in ehemaligen Tagebaugebieten - insgesamt sollen es einmal mehr als 20 Gewässer mit insgesamt rund 14 000 Hektar Wasserfläche werden. Einen See zu fluten dauert Jahre. Teilweise werden die Gewässer durch Kanäle für Segelboote und Fahrgastschiffe miteinander verbunden.

Dadurch erhofft man sich in der Region, die historisch eng mit der Braunkohlenförderung verbunden ist, deren Bedeutung aber zurückgeht, auch touristische Effekte. Die gibt es zurzeit am Partwitzer See wegen der tollen Türkis-Färbung, wie die Geschäftsführerin des
Tourismusverbands Lausitzer Seenland, Kathrin Winkler, sagt. Man bemerke, dass viele Radtouristen eine Runde um den See drehen. Teilweise hätten sie dafür ihre eigentlich geplanten Urlaubsrouten geändert.