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| 13:25 Uhr

UPDATE: Ehlego-Chefin: Alles ist unbegründet
Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen Ehlego

So sollen Legehennen laut dem Bildmaterial der Tierschutzorganisation Animal Equality  in den Ställen von Ehlego in Roggosen leben.
So sollen Legehennen laut dem Bildmaterial der Tierschutzorganisation Animal Equality in den Ställen von Ehlego in Roggosen leben. FOTO: LR Medienverlag GmbH / Animal Equality
Roggosen. Über teilweise katastrophale Zustände in Roggosen berichtet Animal Equality. Von Frank Hilbert

Tierschützer von Animal Equality berichten über katastrophale Bedingungen, unter den die Legehennen in der Ehlego Landhof GmbH in Roggosen leben. Die haben sie mit Fotos und einem Video dokumentiert. Animal Equality ist eine nach eigenen Angaben internationale Organisation, die gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen daran arbeitet, Grausamkeit in der Massentierhaltung zu beenden.

„Die Aufnahmen aus der brandenburgischen Anlage mit Kapazitäten von über einer Million Hennen zeigen zahllose kranke und auch tote Tiere in teilweise fortgeschrittenem Verwesungszustand. Hygienisch alarmierend ist der direkte Kontakt eines Hühnerkadavers mit den Eiern auf dem Transportband. Eier kommen hierzulande ungewaschen in den Handel. Die Eier des dokumentierten Unternehmens werden von Aldi, Edeka und Marktkauf sowie Netto Marken-Discount, Netto und Rewe verkauft“, heißt es in einer von der Tierschutzorganisation verbreiteten Pressemitteilung.

Hennenqual fürs Horror-Ei from Animal Equality Germany on Vimeo.

„Die Tiere weisen massive Schäden auf, die Qualen und Schmerzen auch im Sinne des Tierschutzgesetzes zur Folge haben”, stellt Dr. Claudia Preuß-Ueberschär vom Verein Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft klar. „Es handelt sich dabei um die Auswirkungen einer mangelhaften Haltung, die die arteigenen Bedürfnisse der Tiere nicht berücksichtigt und durch hohe Besatzdichten Stress und Verhaltensstörungen auslöst.”

Seit dem Verbot konventioneller Käfighaltung (2009) produziert der Megabetrieb in Brandenburg ausschließlich in Bodenhaltung. Mit rund 65 Prozent ist dies heute die meistverbreitete Produktionsform von Eiern in Deutschland. „Die wiederholte Behauptung der Eier-Industrie, Bodenhaltung sei tierfreundlich, ist eine dreiste Verbrauchertäuschung“, so Dr. Katharina Weiss, Pressesprecherin von Animal Equality in Deutschland. Aufgrund der Aufnahmen habe Animal Equality das Unternehmen in Roggosen am Mittwoch, 30. Mai, bei der Staatsanwaltschaft Cottbus angezeigt, sagt Katharina Weiss.

Ehlego ist seit 58 Jahren am Markt und wird in Roggosen von Ulla Ehlenberger geführt. 2009 hatte dort der Betrieb begonnen, seine von der in Deutschland verbotenen Käfighaltung auf Bodenhaltung umzustellen. Es folgten der Bau neuer Doppelstock-Ställe für zehn Millionen Euro. In einer schriftlichen Stellungnahme weist Geschäftsführerin Ulla Ehlenberger sämtliche erhobenen Vorwürfe zurück. Die Tierrechtler hätten „gezielt in einem Teil einer Herde von Legehennen gefilmt, die zuvor an einer Infektion erkrankt und geschwächt waren. Die Tiere waren veterinärmedizinisch fachgerecht betreut und behandelt. Unabhängige Kontrollen des Betriebs bestätigen die einwandfreie Haltung der Legehennen in Bodenhaltung.“

Neben den zweimal täglich erfolgenden Kontrollgängen von geschulten Mitarbeitern würde der Tierbestand alle zwei Wochen von einem unabhängigen Tierarzt kontrolliert. Erkrankte Tiere würden tierärztlich behandelt. Zusätzlich würden alle Ställe monatlich durch den Amtsveterinär des Landkreises besucht. „Sämtliche Kontrollen in den zurückliegenden Monaten vor dem Eindringen der Täter der Tierrechtsgruppe Ende März 2018 haben ebenso wie weitere Kundenaudits bestätigt, dass keine Hygienemängel im Betrieb vorliegen“, betont die Geschäftsführerin. Was die in den Aufnahmen zu sehenden verstorbenen Tiere anbelange, so habe die Überprüfung ergeben, dass „die Tierrechtler bei einzelnen Aufnahmen offenbar Kadaver aus einem außerhalb des Stalles zugänglichen Kadaverbehälter, der ebenfalls gefilmt worden ist, in den Stall gebracht und für die Aufnahmen platziert haben“.

Das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße teilte mit: „Die veröffentlichten Vorwürfe zu angeblichen Mängeln hinsichtlich der Hygiene und des Tierschutzes in dem Legehennenbetrieb (Ehlego) können vom zuständigen Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße weder bei durchgeführten Regelkontrollen in der Vergangenheit noch bei der heutigen Vorort-Kontrolle bestätigt werden.“