| 02:38 Uhr

"Du bist ja fast wie meine Frau”

Der ehemalige Profiboxer Axel Schulz (3. v. l.) ist Brandenburgs erster Bierbotschafter. Den Gürtel haben ihm Minister Jörg Vogelsänger, die Chefin von pro agro, Hanka Mittelstädt, sowie Braumeister Jörg Kirchhoff und Finsterwaldes Brauhaus-Geschäftsführer Uwe Oppitz (v.l.) im Beisein der beiden Genussbotschafter Holger Schüren und Michael Schultz (hintere Reihe) überreicht.
Der ehemalige Profiboxer Axel Schulz (3. v. l.) ist Brandenburgs erster Bierbotschafter. Den Gürtel haben ihm Minister Jörg Vogelsänger, die Chefin von pro agro, Hanka Mittelstädt, sowie Braumeister Jörg Kirchhoff und Finsterwaldes Brauhaus-Geschäftsführer Uwe Oppitz (v.l.) im Beisein der beiden Genussbotschafter Holger Schüren und Michael Schultz (hintere Reihe) überreicht. FOTO: Frank Claus
Potsdam. Der ehemalige deutsche Boxprofi Axel Schulz aus Frankfurt (Oder) ist Brandenburgs erster Bierbotschafter. Berufen wurde er vom Verein zur Förderung Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien im Beisein von Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) in der Potsdamer Staatskanzlei. Frank Claus

Ganz klar, wenn ein Boxer vorn liegt, gibt es zur Belohnung einen Gürtel. Axel Schulz hat einen stattlich schweren mit Metallemblem und Ledergurt am Montag bekommen und meint humorvoll: "Ich bin ganz, ganz stolz, endlich mal so einen Gürtel gewonnen zu haben."

Die Amtszeit des früheren Sport-Stars währt zwei Jahre. Er führt seinen neuen "Job" nach eigenen Angaben komplett ehrenamtlich aus. "Höchstens zwei, drei Kisten Bier werde ich ja mal bekommen", sagt er und grient dabei den Braumeister der Potsdamer Braumanufaktur Forsthaus Templin, Jörg Kirchhoff, zugleich Vorsitzender des Brauereiverbandes, an. In den inzwischen 17 Mitgliedsbetrieben des Verbandes werde es für Axel Schulz jeweils einen Extraplatz im Gastraum geben, der mit einem Messingtäfelchen versehen sein soll.

Für Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist der einstige Boxer "ein hervorragender Werbeträger". In Brandenburg gebe es zahlreiche kleine Brauereien, "die mit hoher Kreativität handwerklich gebrautes Bier herstellen." Jüngstes Mitglied im Verein der Klein- und Gasthausbrauereien ist die Storch Brauerei in Fürstenberg. Nunmehr, so Vogelsänger, "gibt es mit Oberhavel nur noch einen Landkreis, in dem keine Brauerei existiert." Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes zur Förderung des ländlichen Raumes in Berlin-Brandenburg pro agro, Hanka Mittelstädt, erklärt, dass es im Land drei weitere Genussbotschafter gebe - Brotsommelier Holger Schüren, Master-Distiller Michael Schultz und Landwirt Georg Rixmann.

Was einen Boxer antreibt, Bierbotschafter zu werden? "Ich bin Biertrinker. Nicht jeden Tag, aber ein, zwei Flaschen - das geht schon. Außerdem finde ich es immer gut, wenn wir die regionalen Erzeugnisse gut vermarkten", sagt er und kontert auf die Frage eines Journalisten, wie es sich denn vertrage, dass ein ehemaliger Leistungssportler nun Bierwerbung mache: "Du bist ja fast wie meine Frau. Es geht doch nicht ums Trinken in Massen, sondern in Maßen." Außerdem, so der "Weltmeister der Herzen", der sich deutschlandweit immer noch großer Beliebtheit erfreut, würde Bier auch viele Nährstoffe beinhalten und die der Privat- und Gasthausbrauereien seien sowieso was Besonderes. Axel Schulz habe jedenfalls immer vier, fünf Kästen in seiner Garage stehen.

Nunmehr werden es zahlreiche Präsentationstermine sein, die Axel Schulz für die Klein- und Gasthausbrauereien des Landes - binnen zwei Jahren hat sich die Mitgliedszahl von 8 auf 17 mehr als verdoppelt - wahrnimmt. So wird Brandenburgs erster Bierbotschafter am letzten Augustwochenende zu Gast in der Sängerstadt Finsterwalde (Elbe-Elster) beim 4. Brandenburger Brauereifest sein. "Dort soll er die neue Brandenburger Bierkönigin küren", so Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Finsterwalder Brauhauses und des Brauereiverbandes. Auch dazu kontert Axel Schulz schlagfertig: "Küssen anstelle küren wäre mir lieber."

Zum Thema:
Zur 27. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung in Paaren/Glien wird am 25. Mai die historische Braumanufaktur von 1834 im Erlebnispark eröffnet. In einer der ältesten Brandenburger Braupfannen, die dortige ist auf das Jahr 1834 datiert, wurde ein Festbier gebraut.