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| 19:45 Uhr

Kriminalität
Druck auf Autodiebe wächst

Die Zahl der Autodiebstähle in Brandenburg geht zurück. Die Polizei betrachtet dies als Erfolg der verbesserten Kooperation mit Polen.
Die Zahl der Autodiebstähle in Brandenburg geht zurück. Die Polizei betrachtet dies als Erfolg der verbesserten Kooperation mit Polen. FOTO: Frank Hilbert
Frankfurt (Oder). Mehr Ermittlungsgruppen mit Polen sorgen für sinkende Fallzahlen. Allerdings bleibt die Aufklärungsquote niedrig.

Die Zahl der Autodiebstähle und anderer, vermutlich von polnischen Tätern verursachter grenzüberschreitender Delikte in Brandenburg geht zurück. Die Polizei betrachtet dies als Erfolg ihrer verbesserten Kooperation mit dem Nachbarland.

Rund 4000 Pkw wurden im Jahr 2010 in ganz Brandenburg gestohlen. Im vergangenen Jahr waren es 2500, und in diesem Jahr geht die Tendenz weiter nach unten. „Wir liegen wieder bei Zahlen, wie es sie im Jahr 2007 vor der Abschaffung der Grenzkontrollen gab und kommen vielleicht bald darunter.“ Auf diese erfreuliche Tendenz verweist der Koordinator des Zentrums für deutsch-polnische Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko, Ulf Buschmann, der zugleich Beauftragter des Brandenburger Polizeipräsidenten für die Kooperation mit Polen ist.

„Es gelingt uns immer besser, die Möglichkeiten auszuschöpfen, die der deutsch-polnische Polizeivertrag bietet“, sagt der 51-jährige Buschmann. Der Polizeidirektor stellt sogar fest, dass sich die Kooperation in Sicherheitsfragen noch verbessert hat, seit die national-konservative PiS-Regierung in Warschau im Amt ist. Derzeit widmeten sich zwei brandenburgisch-polnische Ermittlerteams speziell der Bekämpfung des Kfz-Diebstahls. Ein drittes, das Geldautomaten-Sprenger verfolgt, konnte im Frühjahr die Mitglieder zweier Banden verhaften, auf deren Konto mindestens elf Taten gingen. Ein weiteres Team, das Diebe von Solaranlagen verfolgte, konnte aufgrund der Erfolge aufgelöst werden.

„Die polnischen Kollegen treten auch offen mit Kriminalitätsproblemen an uns heran, die ihnen zu schaffen machen, etwa die illegale Entsorgung deutschen Mülls in Polen oder die Produktion schmutziger Drogen“, beschreibt Buschmann. Maßnahmen in einem Land wirkten sich immer auch auf das andere aus, so gebe es durch das erfolgreichere Vorgehen gegen  Autodiebstähle in Deutschland inzwischen einen Verdrängungseffekt nach Polen, wo in manchen Regionen die Zahl der Taten steige.

Ein absolutes Sorgenkind bleibt trotz der geringeren Zahl an grenzüberschreitenden Delikten in Brandenburg die niedrige Aufklärungsquote. So konnten 2017 nur jeder fünfte Autodiebstahl und 17 Prozent der rund 800 Diebstähle von Landwirtschaftsgeräten aufgeklärt werden. „Es ist uns absolut klar, dass man in jedem einzelnen Fall die Opfer mit der Gesamtstatistik wenig beeindrucken kann“, räumt Buschmann ein.

Um die Kooperation auszubauen, besucht Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke heute die neue regionale Polizeipräsidentin in Gorzów, Helena Michalak. Sie war im Juli ins Amt gekommen, nachdem der Chef der regionalen Anti-Terror-Einheit bei einer Polizeiberatung alkoholisiert aus dem Fenster gefallen und verstorben war. Darauf wurden mehrere Führungskräfte suspendiert.