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Drogenkriminalität in Brandenburg deutlich gestiegen

Drogen im Visier.
Drogen im Visier. FOTO: dpa
Potsdam. Die Rauschgiftkriminalität in Brandenburg nimmt zu. Das Land dient als Schmuggelregion und zunehmend auch als Standort für die boomenden Indoor-Plantagen. Von Georg-Stefan Russew

Brandenburgs Ermittler haben im zurückliegenden Jahr deutlich häufiger mit Drogenkriminalität zu tun gehabt. Die Zahl der entdeckten Delikte ist in den ersten sechs Monaten 2011 auf etwa 3100 Fälle gewachsen, wie das Landeskriminalamt mitteilte. Das sind etwa 700 und damit rund 30 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Die Aufklärungsquote sank von rund 94 auf 83 Prozent. Insgesamt konnten 2184 Täter gefasst werden, 86 Prozent davon sind Männer. Schwerpunkt der Dealer und Kuriere war neben dem Berliner Umland und der Prignitz auch Südbrandenburg.

Der Rauschgiftschmuggel zwischen West- und Osteuropa durch Brandenburg liege weiter auf hohem Niveau, und auch der illegale Crystal-Transport aus Tschechien nach Südbrandenburg blühe, erklärte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Rudi Sonntag. Bedeutsame Erfolge in der Zerschlagung von organisierten Händlerstrukturen habe es 2011 von Perleberg über Eberswalde bis nach Spremberg gegeben. Zudem habe die Polizei 26 Cannabis-Plantagen im Land ausgehoben. In Kloster Lehnin etwa wurden knapp 2100 Cannabispflanzen in einer Indoor-Plantage und zusätzlich rund 18 Kilogramm frisch geerntetes Marihuana entdeckt.

Die Ermittler stellten bei ihren Razzien darüber hinaus jede Menge Stoff jeweils im ein- bis zweistelligen Kilogrammbereich sicher. So kamen in der ersten Hälfte 2011 insgesamt rund 77 Kilogramm Marihuana, etwa 13 Kilogramm Haschisch und 6650 Cannabispflanzen zusammen. Im Bereich der synthetischen Drogen konnten knapp 19 Kilogramm Amphetamin sowie 1,3 Kilogramm Crystal beschlagnahmt werden.

Mit Sorge beobachte die Polizei den gestiegenen Konsum von synthetischen Drogen und von „Legal Highs“ – neuen Stoffen, die vom Betäubungsmittelgesetz noch nicht erfasst sind. Diese würden offen zumeist über Online-Shops bundesweit, aber auch regional vertrieben. Zu den „Legal Highs“ werden Kräutermischungen, Lufterfrischer oder Badesalze gezählt.