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Zoll-Razzia
Drogenfahnder nehmen Bad-Belzig-Bande hoch

An 14 Orten in Brandenburg und Berlin haben die Fahnder in den vergangenen Tagen zugeschlagen.
An 14 Orten in Brandenburg und Berlin haben die Fahnder in den vergangenen Tagen zugeschlagen. FOTO: Fotolia
Potsdam/Bad Belzig. Nach einem der größten Drogenfunde in Brandenburg haben Polizei und Zoll nun die Hintermänner geschnappt. Erneut wurden fast 20 Kilo Drogen sichergestellt. Von Bodo Baumert

Da hat die Polizei nicht schlecht gestaunt: Im Februar 2016 durchsuchten Beamte einen Bauernhof bei Bad Belzig. Es ging um unverzollte Zigaretten. Doch im Keller stießen die Fahnder dann auf ein Drogenlager, wie sie es in Brandenburg noch nicht gesehen hatten: 72 Kilo Marihuana, rund zehn Kilo Amphetamin, sieben Kilo Kokain, 15,5 Kilo Haschisch und 5,7 Kilo Ecstasy-Tabletten. „Diese Drogenmenge übersteigt zum Teil die Gesamtsicherstellungsmenge des Jahres 2014“, kommentierte Regierungsdirektor Pampel-Jabrane, Leiter des Zollfahndungsamtes, damals. Straßenverkaufswert der Drogen: 1,5 Millionen Euro.

Nun, rund anderthalb Jahren später, ist es den Fahndern gelungen, die Hintergründe des Zufallsfundes aufzudecken. Wie das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg am Mittwoch mitteilte, wurde bereits in der vergangenen Woche das Rauschgift-Vertriebsnetz lahmgelegt, das hinter dem Depot in Bad Belzig stand. Ermittler der Zollfahndungsämter Berlin-Brandenburg und Hannover, des Hauptzollamtes Potsdam und Spezialkräfte der Polizei durchsuchten 14 Gebäude in Berlin und Brandenburg. Drei Haftbefehle wurden vollstreckt. „Es besteht der Tatverdacht des Einfuhrschmuggels und Handels von Betäubungsmitteln in großem Stil“, so Pressesprecher Christian Lanninger. Erneut stießen die Fahnder auf größere Mengen Drogen. „Bei dem Einsatz mit über 300 Einsatzkräften in Berlin, Brandenburg/Havel, Wiesenburg/Mark, Bad Belzig und Erkner konnten 19 Kilo Marihuana, 100 Ecstasy Tabletten und drei Schreckschusswaffen sichergestellt werden“, so Lanninger.

Der Hauptverdächtige, ein 26-jähriger Deutscher mit russischen Wurzeln, konnte zunächst fliehen. Kurz darauf stellte er sich allerdings den Strafverfolgungsbehörden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Das Rauschgift wurde offenbar aus Spanien und den Niederlanden eingeschmuggelt. Bei der unerlaubten Einfuhr von Marihuana war ein in Deutschland lebender Niederländer beteiligt. Er war es, in dessen Lagerräumen die Fahnder das Rauschgift-Depot der Superlative entdeckt hatten. Der jetzt 62-jährige Niederländer und Kronzeuge wurde bereits vor einem Jahr durch das Landgericht Potsdam zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, die der Bundesgerichtshof im März diesen Jahres bestätigt hat.

Die Ermittlungen der Zollfahnder gehen weiter.