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| 08:12 Uhr

Nach Fund von Riesendepot auf Bauernhof
Drogenbande von Bad Belzig verurteilt

Der Drogenberg, den die Ermittler 2016 in Bad Belzig gefunden haben. Erste Schätzungen gingen damals von einem Verkehrswert von 1,5 Millionen Euro aus.
Der Drogenberg, den die Ermittler 2016 in Bad Belzig gefunden haben. Erste Schätzungen gingen damals von einem Verkehrswert von 1,5 Millionen Euro aus. FOTO: Zollfahndungsamt Berlin-Brandenb
Potsdam. Dieser Drogenfund hatte 2016 für Verblüffung gesorgt. Auf einem Bauernhof in Bad Belzig hatte der Zoll per Zufall Kiloweise Drogen der verschiedensten Sorten entdeckt. Nun sind die Hintermänner endlich verurteilt worden – zu bis zu neun Jahren Knast. Von Bodo Baumert

Zwei Kilo Marihuana, rund zehn Kilo Amphetamin, sieben Kilo Kokain, 15,5 Kilo Haschisch und 5,7 Kilo Ecstasy-Tabletten – noch heute lässt sich kaum fassen, welche Beute dem Zollfahndungsamt vor zweieinhalb Jahren in Bad Belzig ins Netz gegangen ist – und das per Zufall. Denn eigentlich waren die Ermittler wegen etwas ganz anderem auf dem Bauernhof in Bad Belzig. Der Landwirt aus den Niederlanden sollte mit unverzollten Zigaretten gehandelt und Firmenfahrzeuge mit Heizöl betankt haben. In einem Kellerverschlag stießen die Fahnder dann auf das riesige Drogendepot. „Diese Drogenmenge übersteigt zum Teil die Gesamtsicherstellungsmenge des Jahres 2014“", kommentierte Regierungsdirektor Pampel-Jabrane, Leiter des Zollfahndungsamtes, damals.

Heute weiß man: Der Landwirt hatte den Keller an eine lokale Drogenbande vermietet – und wohl selbst auch einige Kurierfahrten für die Männer unternommen. Seit Monaten wurde der Fall vor dem Landgericht in Potsdam verhandelt. Nun stehen die Urteile fest.

Wie die PNN berichten, hat der Kopf der Bande eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren bekommen. Andere Mitglieder der Bande wurden ebenfalls zu langen Haftstrafen verurteilt, einer zu einer Jugendfreiheitstrafe von drei Jahren.

Die Angeklagten haben im Lauf des Verfahrens umfassende Geständnisse abgelegt, was sich teils strafmildernd ausgewirkt hat. So können sich die Ermittler nun ein detailiertes Bild der Drogengeschäfte machen. Insgesamt 125 Kilo Cannabis soll die Bande in Umlauf gebracht haben. Die härten Drogen wurden über das Darknet verkauft.

Quelle der Drogen war offenbar Spanien. Auch aus den Niederlanden wurden Drogen eingeschmuggelt. Im Gerichtsverfahren wurde ein Verkehrswert der Drogen von insgesamt 750 000 Euro verhandelt. Ein Teil davon soll den Tätern angeblich gestohlen worden sein.

Im Gegenzug haben aber auch sie vor Gewalt nicht zurückgeschreckt und einen ihnen bekannten Drogendealer im April 2017 überfallen. Weitere solcher Raubzüge seien geplant gewesen, berichten die PNN.