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Drittklässler haben große Probleme beim Rechnen

Vor allem die Grundfertigkeiten müssen vermittelt werden.
Vor allem die Grundfertigkeiten müssen vermittelt werden. FOTO: dpa
Potsdam. Bei Vera-Vergleichsarbeiten in Brandenburg schaffen 30 Prozent nicht die Mindestanforderungen. Politik sucht nach Gründen. Benjamin Lassiwe / iwe1

Brandenburgs Drittklässlern fällt das Rechnen schwer. Bei den landesweiten Vergleichsarbeiten Vera 3, die im April 2016 an Brandenburgs Grundschulen geschrieben wurden, erreichten 30 Prozent der Schüler nicht die Mindeststandards im Bereich Zahlen und Operationen, in dem Aufgaben aus den Bereichen schriftliche Addition, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren gestellt werden. "Für uns sind die Ergebnisse beim Rechnen wenig erfreulich", sagt Thomas Drescher, Staatssekretär im Potsdamer Bildungsministerium.

Allerdings fragen die Vera-Tests in der dritten Klasse traditionell Dinge ab, die erst am Ende der vierten Klasse gefordert werden. "Deswegen ist es nicht zu kritisieren, wenn Schüler nur die Mindeststandards erreichen", so Drescher. Die Vera-Tests sollten vor allem dem jeweiligen Lehrer eine Rückmeldung dazu geben, wo er mit seiner Klasse steht. Aus Sicht des Bildungsministeriums seien die Vera-Ergebnisse weder mit den Vorjahren noch mit den Ergebnissen in anderen Bundesländern vergleichbar, weil teils andere Aufgaben verwandt wurden. 2016 wurden neben dem Rechnen im Fach Mathematik noch das Thema Muster und Strukturen abgefragt, im Fach Deutsch wurden die Fähigkeiten der Schüler im Lesen und Zuhören überprüft. Hier fielen die Ergebnisse aber deutlich besser aus als beim Rechnen: Beim Lesen schafften 18 Prozent der Schüler nicht die Mindestanforderungen, beim Zuhören 15 Prozent und bei Mustern und Strukturen waren es ebenfalls 18 Prozent.

"Das Ergebnis gerade beim Rechnen zeigt, dass wir uns stärker als bisher darauf konzentrieren müssen, den Jungen und Mädchen in der Schule die Grundfertigkeiten zu vermitteln", sagte der bildungspolitische Sprecher der oppositionellen CDU, der Prignitzer Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. Den Schulen sollte mit Vera 3 nicht nur ein Instrument zur Diagnose an die Hand gegeben werden. "Wenn bei so einem Vergleichstest festgestellt wird, dass Förderbedarf besteht, muss auch genügend Personal da sein, um die Förderung dann durchzuführen."