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| 19:15 Uhr

Kolkwitz, Raddusch und Kunersdorf bleiben abgehängt
Drei Lausitzer Dörfer bis 2022 weiter ohne RE2-Halt

Potsdam. Schlechte Nachrichten für Bahnreisende in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch. Spreewald-S-Bahn vorerst nur bis 2019 vorgesehen.

Schlechte Nachrichten für Bahnreisende in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch: Der RE 2 wird in den drei Lausitzer Dörfern wohl erst 2022 auch tagsüber regelmäßig halten.

„Im Rahmen der Ausschreibung des Vergabenetzes Elbe-Spree, welches zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 in Betrieb geht, soll die Wiederanbindung mit dem Regionalexpress erfolgen“, heißt es in einer Antwort des Potsdamer Verkehrsministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ der Landtagsabgeordneten der Linken, Anke Schwarzenberg. „Aufgrund der betrieblichen Bedingungen ist dann ausreichend Fahrtzeit vorhanden, um alternierend im Zwei-Stunden-Takt in Kolkwitz bzw. Kunersdorf und im Ein-Stunden-Takt in Raddusch zu halten.“

Bis dahin verweist das von Kathrin Schneider (SPD) geführte Haus auf die „Spreewald-S-Bahn“: Eine Regionalbahn, die ab Dezember im Zwei-Stunden-Takt von Cottbus nach Lübben pendeln soll und so bereits im Landesnahverkehrsplan enthalten ist. „Positiv ist, dass im Ministerium nach Lösungen gesucht wird“, sagte die Landtagsabgeordnete Schwarzenberg gegenüber der RUNDSCHAU.

„Aber was noch völlig unklar ist, ist, was an den drei Haltepunkten in der Zeit zwischen den Jahren 2019 und 2022 passiert.“ Denn die Regionalbahn zwischen Cottbus und Lübben wird zunächst nur für ein Jahr bestellt. „Ich hielte es für sinnvoll, wenn man diese Linie gleich durchgehend bis 2022 bestellen würde“, sagt Schwarzenberg.

Denn die Antwort auf die „Kleine Anfrage“ legt auch noch andere Zahlen offen: Zum Beispiel zum Schienenersatzverkehr in den drei Dörfern. „Zwischen Raddusch und Lübbenau nutzen nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) von Montag bis Freitag etwa 50 bis 100 Personen den Ersatzverkehr, davon sind etwa 45 Prozent Schülerfahrten“, heißt es. Am Wochenende lägen die Fahrgastzahlen bei etwa 50 Personen.

„Zwischen Raddusch, Vetschau, Kunersdorf und Kolkwitz nutzen täglich zwischen zehn und 25 Fahrgäste den Busersatzverkehr, wobei keine Nutzung als regelmäßiger Schülerverkehr erkennbar ist.“ Für die Lausitzer Landtagsabgeordnete Schwarzenberg zeigt das, dass das Konzept des Schienenersatzverkehrs nicht trägt. „Und das hat ja auch Gründe – wir brauchen schließlich eine durchgehende Reisekette, wo bei Verspätungen die Anschlüsse zwischen Bus und Bahn nicht einfach verloren gehen.“Immerhin habe die SPD nun Verkehrsministerin Kathrin Schneider als Direktkandidatin in dem Wahlkreis nominiert, in dem auch die Lausitzer Dörfer liegen, sagt Schwarzenberg. „Da hoffe ich schon, dass da noch was passiert.“