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| 18:27 Uhr

Drei Bewerber wollen Bischof der Ekbo werden
Suche nach der Zukunft der Kirche

 Heidrun Doerken, Jochen Arnold (li.) und Christian Staeblein
 Heidrun Doerken, Jochen Arnold (li.) und Christian Staeblein FOTO: epd / Rolf Zoellner
Berlin. Die drei Bewerber für die Nachfolge von Markus Dröge stellten sich in Berlin vor. Von Benjamin Lassiwe

In den vergangenen zehn Jahren hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) ein gutes Drittel ihrer Mitglieder durch Tod und Austritte verloren. Wie geht es in den nächsten zehn Jahren weiter? Am Montag stellten sich im Berliner Konsistorium die drei Bewerber vor, die als Nachfolger des im kommenden Jahr in Pension gehenden Landesbischofs Markus Dröge dann die Landeskirche mit ihren 962 000 Gemeindegliedern leiten wollen.

Und vor allem der Hannoversche Theologe Jochen Arnold betonte dabei die „Kommunikation des Evangeliums“ als wichtigste Aufgabe der Kirche. „Die Kirche ist der Ort, wo der Himmel offen ist, und zwar für alle Menschen“, sagte Arnold. Sie müsse mit ihren Angeboten auch an die Ränder gehen, Gottesdienste für Menschen ohne religiöse Zugehörigkeit feiern, „im Rotlichtviertel oder im Braunkohlenrevier“, und bei Taufen und Trauungen „Magic Moments“ gestalten. Zusammen mit seiner Gattin hat Arnold zwei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan in die Familie aufgenommen. Die hessische Pfarrerin Heidrun Dörken hat dagegen die Tochter des AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland, Dorothea, konfirmiert. „Heute ist sie Pfarrerin und hat für einige Monate einen Flüchtling bei sich in der Gemeine aufgenommen“, sagte Dörken. Auch Dörken will den Menschen in der Region neues Wissen über die Religionen vermitteln. Wichtig sei ihr auch die Digitalisierung in der Kirche. „Wenn ich Alexa oder Siri habe und ihnen sage: Spiel mal ein Lied von Paul Gerhardt, dann muss da auch was herauskommen“, so Dörken.

Der Berliner Propst Christian Stäblein ist bereits heute Stellvertreter von Bischof Markus Dröge in der Kirchenleitung. „Als Kirche erleben wir an vielen Stellen eine enorme Vertrauenskrise“, sagte Stäblein. Polarisierungen und Zentrifugalkräfte nähmen immer weiter zu. „Es geht darum, zwischen verschiedenen Strömungen um Vertrauen zu werben“, sagte Stäblein. Zudem sprach sich Stäblein für ein klares Vorgehen gegen Extremismus aus: „Wer von der Menschenfreundlichkeit Gottes redet, der wird eine klare Haltung gegenüber jeder Form von Menschenfeindlichkeit einnehmen“, sagte Stäblein.

Die Bischofswahl findet auf der Frühjahrssynode am 5. und 6. April in Berlin statt.