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| 18:37 Uhr

Kriminalität in der Lausitz
Die zwei Toten von Forst sind identifiziert

 In einem Haus an der Forster Amtstraße wurden die zwei Toten gefunden. Eine Wohnung dort soll ein Drogenlager gewesen sein.
In einem Haus an der Forster Amtstraße wurden die zwei Toten gefunden. Eine Wohnung dort soll ein Drogenlager gewesen sein. FOTO: Sven Hering
Cottbus. Die Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigt eine Verbindung der Opfer zum Anbau von Cannabis. Von Andreas Blaser

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat am Montag über das brutale Tötungsverbrechen in Forst vom vergangenen Montag eine Erklärung abgegeben. Nachdem die Polizei am Freitag noch die Bevölkerung um Hinweise zum möglichen Fluchtfahrzeug der mutmaßlichen Täter gebeten hatte – gesucht wird „ein heller Pkw neueren Typs“ –, bestätigte die Staatsanwaltschaft jetzt nur drei Dinge zu der Tat.

Erstens: Es gab am 13. Mai in Forst ein Verbrechen mit zwei durch Schüsse getöteten Opfern. Die „sind mittlerweile obduziert worden“. Ihre Identität stehe nunmehr fest. Zweitens: „In einiger Entfernung vom Tatort wurden in einem Feuer in einem Waldstück Schusswaffen gefunden“, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft weiter. Demnach gehen die Strafverfolgungsbehörden zurzeit auch davon aus, dass es sich dabei um die Tatwaffen handelt. Drittens: „Am Tatort befand sich eine große, durch die Angegriffenen betriebene Cannabisplantage.“ Eine Ernte mit mehr als 20 Kilogramm Marihuana sei in der Bearbeitung gewesen.

Dies sind die Fakten, die die Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag zu dem Tötungsverbrechen in Forst bestätigte. Des Weiteren informierte sie, dass die gefundenen Waffen waffentechnisch untersucht werden, um die notwendige Sicherheit zu erhalten, ob es sich um die Tatwaffen handelt oder nicht. Zudem hat die Spurensicherung am Tatort laut Erklärung bis zum Freitag gedauert. Deren Auswertung wird nun „in Anbetracht der hohen Anzahl erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nehmen“.

Im Zusammenhang mit der Cannabisplantage ist zudem ein gesondertes Verfahren eingeleitet worden. „Weitere Angaben werden zurzeit aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Angegriffenen nicht gemacht.“ An dieser Linie hielt der Cottbuser Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon am Montagnachmittag auch gegenüber der RUNDSCHAU strikt fest. „Kein Wort mehr“, verwies er auf die Erklärung der Strafverfolgungsbehörde und alle anderen Aussagen und Fragen ins Reich der Spekulation.

Deren blühen allerdings seit der Tat vor einer Woche nicht wenige: Nach RUNDSCHAU-Informationen gab es noch einen Schwerverletzten. Die Lausitzer Ermittlungsbehörden wollen dies weiterhin nicht kommentieren. Allerdings legt der Satz „Weitere Angaben werden zurzeit . . . zum Schutz der Angegriffenen nicht gemacht“ aus der Erklärung der Staatsanwaltschaft nahe, dass dies mehr als nur eine Spekulation ist.

Auch zu Mutmaßungen in den Medien, dass Spuren zur Balkanmafia und möglicherweise auch zu einem weiteren jüngsten Todesopfer im grenznahen polnischen Küstrin führen, wollte sich Oberstaatsanwalt Bantleon nicht äußern.

Medien in dem kleinen Balkanland Montenegro berichteten derweil über Auseinandersetzungen zweier Clans aus der Adria-Stadt Kotor, deren seit 2014 dauernder Drogen-Krieg jetzt bis nach Forst reichen soll. Seit die Auseinandersetzungen eskalierten, sollen schon 40 Menschen getötet worden sein. Auch in Forst sollen die beiden getöteten Männer mit mehreren gezielten Schüssen regelrecht hingerichtet worden sein.