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| 02:40 Uhr

Diplomat Woidke

Wenn ein neuer Botschafter in Deutschland den Dienst antritt, überreicht er dem Bundespräsidenten sein Beglaubigungsschreiben. Und einige Zeit später fährt er auch nach Potsdam.

Immer wieder können Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landtagspräsidentin Britta Stark (beide SPD) die Botschafter dieser Welt in Brandenburg begrüßen. So auch am Montag: Dann ist der neue Botschafter aus Belarus, Denis Sidorenko, zu Gast.

Bei dem Gespräch mit Dietmar Woidke werde es um die bilateralen Beziehungen zwischen Brandenburg und Belarus sowie um die Perspektiven der europäischen Zusammenarbeit gehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatskanzlei. Und sonst? Anruf beim dortigen Presseamt. Nein, mehr könne man über die Gesprächsinhalte leider nicht sagen, teilt eine Sprecherin mit. Ob es auch um andere Themen, etwa die Menschenrechte, gehen werde, wisse sie nicht. Was bedauerlich ist. Denn da gäbe es durchaus einiges zu besprechen. Immerhin ist Belarus das letzte europäische Land, das die Todesstrafe anwendet. Erst am 16. Januar hatte "Amnesty International" zu einer dringenden Briefaktion für einen dort zum Tode verurteilten Häftling aufgerufen. Und auch Meinungs- und Pressefreiheit zählen in dem Land nicht viel.

Doch bislang hat sich der Ministerpräsident für solche Themen nur eher kursorisch interessiert - auch wenn ihm die Nähe zu den Ländern Osteuropas immer wichtig war. Nicht umsonst dankte Russlands Botschafter Wladimir Grinin Woidke kürzlich für seine Kritik an der US-Hilfe für Polen. Da darf man gespannt sein, was der Diplomat aus Belarus zu Dietmar Woidke sagen wird. (iwe1)