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Die Zentrale ist immer stärker

Sie geistert zuweilen wie ein Gespenst durch die Landespolitik, die Parole vom „Stärken stärken.“ Es ist ja allseits bekannt, dass die Schwächen des Landes eher an den Grenzen liegen – wobei damit nicht jene Landesgrenze gemeint ist, die Berlin von Brandenburg trennt.

Deswegen signalisiert es aus guten Gründen auch eine gegenwärtige Gefahr, wenn in Potsdam diese Schwächen der Peripherie benannt werden.

Jüngstes Beispiel ist die Universitätslandschaft der Lausitz und der Umgang mit dieser durch die heutige Wissenschaftsministerin, die zuvor Universitätspräsidentin in Potsdam war. Frau Kunst, die Ministerin, hat sich von einer durchaus kompetenten Kommission bescheinigen lassen, dass diese Lausitzer Landschaft von Forschung und Lehre einige Schwächen aufweist. Spätestens da müssten dann nach den Erfahrungen mit „Stärken stärken“ alle Alarmlichter aufleuchten. Und inzwischen klingelt es ja auch tatsächlich bei dem einen oder anderen interessierten Beobachter. Denn die Ministerin schweigt zu den Details und wirft mit irreführenden Zahlen um sich.

Verbirgt sich hinter ihrem zunächst scheinbar so mutigen Plan, die Schwächen der Lausitz in Angriff zu nehmen, am Ende der schnöde Versuch, über weitreichende Veränderungen an der Peripherie die Wissenschaftslandschaft rund um Potsdam zu privilegieren?

Im Jahr 2011 flossen etwa 62 Millionen Euro in die vom Land finanzierte Hochschullandschaft der Lausitz und ziemlich genau das Doppelte, etwa 124 Millionen Euro, nach Potsdam – wobei dort darüber hinaus noch viele weitere Millionen aus dem Landeshaushalt für sonstige Wissenschaftseinrichtungen kamen.

PS. Einen Leuchtturm will die Ministerin in die Lausitz setzen, hat sie gesagt. Entscheidend ist dabei allerdings, zu welchem Hafen der führt.