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| 09:57 Uhr

Die Top-Blitzer der Lausitz
Raser spülen Geld in die kommunalen Kassen

 Der Mitte November an der B 97 im Cottbuser Ortsteil Gallinchen aufgestellte Blitzer ist einer der neuesten in der Region.
Der Mitte November an der B 97 im Cottbuser Ortsteil Gallinchen aufgestellte Blitzer ist einer der neuesten in der Region. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Fast jede Minute blitzt es rechnerisch in der Lausitz – Verkehrsvergehen, die mit einem Foto „belohnt“ werden. Wo es häufig blitzt und wie viel Geld Raser in die Haushaltskassen spülen, hat RUNDSCHAU erfragt. Von Sybille von Danckelman

Die stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in der Lausitz sind einheimischen Autofahrern zwar gut bekannt. Nichtsdestotrotz blitzt es auch dort – und das nicht wenig. Für die RUNDSCHAU ist in den Verwaltungen nach den Top-Blitzern geschaut worden. Vergleichen lassen sich die Fallzahlen dennoch nicht so einfach. Im Prinzip müsste man beispielsweise die Verkehrsdichte und die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung ins Verhältnis ziehen. Und dennoch ist ein Blick in die Statistiken aufschlussreich.

Wo es häufig blitzt

Mit 8839 Bildern hat sich der Blitzer in Klein Oßnig bei Cottbus schon an die Spitze rangearbeitet. Dabei steht die Anlage erst seit Juli, die Fallanzahl stammt aus dem Zeitraum vom 20. Juli bis zum 3. Dezember. Kontrolliert wird in beiden Fahrtrichtungen, mit 5073 Blitzern werden in Richtung Cottbus deutlich häufiger die erlaubten 30km/h überschritten. Wissen muss man, dass die Strecke täglich von mehr als 10 000 Fahrzeugen frequentiert wird.

Ein gutes Beispiel für die Differenz zwischen Theorie und Praxis ist der Blitzer auf dem Cottbuser Stadtring. Jeder Autofahrer kennt ihn, weiß stadtauswärts, dass er auf dem Rück­weg aufpassen muss – und dennoch – zu schnell sind dann doch viele. Denn mit 12 156 Bildern ist das Messgerät der Lausitzer Top-Blitzer. Getoppt wird die Anlage nur noch im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald. Die Messanlage an einer 60er-Zone an der L 400, zwischen Wildau und Waltersdorf, hatte im vorigen Jahr 12 799-mal ausgelöst – bei 1 120 561 gemessenen Fahrzeugen.

Auch das kleine Naundorf bei Schlieben in Elbe-Elster ist mit 11 771 Fällen im Lausitz-Ranking vorn dabei. Das Messgerät steht an der B 87, geblitzt wird beidseitig.

Allgemeines Ziel der Verkehrsüberwachung ist die Durchsetzung angeordneter Geschwindigkeiten und die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit an neuralgischen Unfallschwerpunkten. So heißt es im Amtsdeutsch. Oder es geht um Lärmschutz. Ein Beispiel dafür ist der Blitzer im Ortsteil Dörgenhausen (Hoyerswerda). Insbesondere sollen Lkw die 30km/h einhalten, auch wegen der anliegenden schutzbedürftigen Bebauung, erklärt Rathaussprecher Bernd Wiemer. Zudem befinde sich der Blitzer in der Ortsmitte, wo auch mit vielen die Straße querenden Fußgängern zu rechnen sei.

Wie viel Geld das einbringt

Des einen Freud, des andern Leid. So ist das mit den Blitzern. Die zu schnellen Autofahrer tun im Prinzip sogar was Gutes: Sie lassen es nämlich mächtig klingeln in den Stadt- und Kreissäckeln. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat 2017 beispielsweise 1,25 Millionen Euro durch Verwarn- und Bußgelder eingenommen – geblitzt hatte es ganze 28 346-mal. Das ist im Vergleich zum Landkreis Görlitz wenig. Auf den Straßen von Zittau bis Weißwasser wurden im vorigen Jahr 83 085 Raser ertappt – die Verwaltung schätzt die Einnahmen auf 2,2 Millionen Euro. Der Spree-Neiße-Kreis hat im gleichen Zeitraum Bescheide in Höhe von 548 828,64 Euro erhoben.

In den Haushalt der Stadt Cottbus fließen pro Geschwindigkeitsverstoß durchschnittlich 21 Euro. Das Geld werde als Eigenanteil für Projekte wie den gerade eröffneten Postparkplatz, Straßenbauprojekte oder aber die Umrüstung von Ampelanlagen auf LED-Technik verwendet, teilt die Stadtverwaltung mit.

Auch der Landkreis Elbe-Elster nutzt das Geld vorrangig dafür, um Straßenbau und Straßensanierung zu finanzieren.