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Die sind ja verrückt, diese Lausitzer

Steffen Modrach mit seinem "Schloss Lilllliput" wird heute Abend in der rbb-Doku "Die Wüste lebt" vorgestellt. Der 30-minütige Film stellt fünf Lausitzer vor, die die Region mit ausgefallenen Projekten beleben.
Steffen Modrach mit seinem "Schloss Lilllliput" wird heute Abend in der rbb-Doku "Die Wüste lebt" vorgestellt. Der 30-minütige Film stellt fünf Lausitzer vor, die die Region mit ausgefallenen Projekten beleben. FOTO: rbb
Lausitz. Ein verrückter Professor, ein Schloss, das von einem Ehepaar in einen "prickelnden" Treffpunkt verwandelt wird oder ein Mann, der aus seinem Wohnhaus ein Kunstwerk macht: Das sind drei von insgesamt fünf Menschen und Geschichten aus der Lausitz, die in der Dokumentation "Die Wüste lebt" am heutigen Samstag im rbb-Fernsehen vorgestellt werden. "Viele sagen ja, in der Lausitz ist nichts los", begründet die Autorin des 30-minütigen Films Anke Blumenthal die Wahl des Titels, der gleichzeitig deutlich macht: Da geht was in der Lausitz. Lydia Schauff

Fünf "positiv Verrückte", die die Reporterin aus ihren 25 Jahren Tätigkeit in dem Beruf kennt, und die mit ihren Ideen und Projekten die Region beleben und bereichern, werden in der Dokumentation vorgestellt. Darunter zum Beispiel Steffen Modrach, der in Naundorf im Landkreis Elbe-Elster lebt und über Jahrzehnte sein Wohnhaus in "Schloss Lilllliput" verwandelt hat.

Mit Tausenden, vielleicht Millionen Mosaiksteinchen, Glasteilchen, Knöpfen, Keramikstückchen und Porzellanfiguren ist das Haus übersät, das den Betrachter an die Werke von Friedensreich Hundertwasser erinnert. Und das Kunstwerk ist längst nicht vollendet. "Steffen Modrach steht jeden Tag um drei Uhr morgens auf, um weiter daran zu arbeiten", weiß Filmautorin Anke Blumenthal. "Schloss Lillliput" sei ein wachsender Organismus, an dem er bis an sein Lebensende arbeiten werde, erklärte Schlossherr Steffen Modrach in einem früheren Gespräch der LAUSITZER RUNDSCHAU.

Eine Lausitzerin, die am Ende der Fernseh-Doku ihre Sicht auf die Heimat schildert und besonders Senftenbergern bekannt sein dürfte, ist Ursula Memmert-Gerlach. Jahrzehntelang war die Schauspielerin ein fester Teil vom Ensemble der Neuen Bühne Senftenberg.

Ursula Memmert-Gerlach erzählt nicht nur von ihrem Blick auf die Lausitz, sondern die 83-Jährige leiht der Doku "Die Wüste lebt" als Sprecherin auch ihre Charakter-Stimme. "Da ihre Augen nicht mehr so gut sind, hat sie sich die Texte eingeprägt, um sie flüssig zu lesen. Es ist toll, dass ich sie gewinnen konnte", so Anke Blumenthal.

Zu sehen ist der Film "Die Wüste lebt", der zeigt: Die Lausitz ist alles außer (Ein)öde, am heutigen Samstag, 18.32 Uhr im rbb-Fernsehen.