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| 02:40 Uhr

Die Lausitz steht im Zentrum

Kulturland Brandenburg – so sieht das Logo dazu aus.
Kulturland Brandenburg – so sieht das Logo dazu aus. FOTO: dpa
Potsdam. Rund 250 Veranstaltungen an 50 Orten wird es in diesem Jahr geben, wenn das Kulturlandjahr und die erste Landesausstellung Brandenburgs an die wechselvolle Nachbarschaft von Preußen und Sachsen erinnern. Im Zentrum steht dabei ganz klar die Lausitz. Benjamin Lassiwe

So konzentriert im Süden war das "Kulturlandjahr" noch nie. Im Jahr der ersten Brandenburger Landesausstellung, die unter dem Motto "Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft" vom 7. Juni bis 2. November in Doberlug-Kirchhain stattfindet, stehen auch die unter der Dachmarke "Kulturland Brandenburg" geförderten Veranstaltungen ganz im Sinne der preußisch-sächsischen Beziehungen. Und die große Masse davon findet sich 2014 in der Lausitz - schon die Eröffnung des Themenjahres wird am 26. April in Senftenberg sein.

"Das Kulturland konzentriert sich in diesem Jahr stärker", sagte Brandenburgs Kultusministerin Sabine Kunst (parteilos) am Montag in Potsdam. 29 geförderte Projekte sollten als Wegweiser für die Landesausstellung dienen. Umgekehrt werde in Doberlug-Kirchhain auf die Kulturland-Veranstaltungen im ganzen Land verwiesen. "Der Tourismus ist eine wichtige Quelle der Sicherung von Kultur in Brandenburg", sagte Kunst. Und nicht zuletzt die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin habe gezeigt, dass das Kulturland Brandenburg mittlerweile zu einer "eigenständigen, sehr gut bekannten Kulturmarke" geworden sei. Insgesamt wird es 2014 nach Angaben von Geschäftsführerin Brigitte Faber-Schmidt rund 250 Veranstaltungen an 50 Orten geben. Im Zentrum stünden dabei vor allem acht Ausstellungen in Brandenburg, die die Schau in Doberlug begleiten.

So zeige das Schloss Senftenberg die Geschichte von "Sachsens Festung in Brandenburg". Im Stadtmuseum Finsterwalde beschäftigt sich eine Präsentation mit dem protestantischen Liederdichter Paul Gerhardt, der sowohl in Sachsen als auch in Preußen wirkte. Das Kunstgussmuseum Lauchhammer widmet sich unter der Überschrift "Was Sachsen recht ist, ist Preußen billig" den Folgen, die die veränderten Grenzziehungen zwischen Sachsen und Preußen 1815 für das Eisenwerk der Grafen von Einsiedel hatte. Und in Schloss Branitz soll es um den Adel in der Niederlausitz gehen.

Dazu gibt es - von Brandenburg allerdings nicht finanziell geförderte - Korrespondenzausstellungen in Sachsen, etwa eine Darstellung des Bautzener Landes und der Entstehung der sächsischen Oberlausitz nach 1815 im Museum Bautzen.

Dagegen ist das einstmals sächsische Stift Neuzelle bislang nicht in die Planungen eingebunden. "Kultur ist nicht nur Geschichte, Kultur muss auch gelebt werden", sagte Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger, dessen Ministerium "wie in jedem Jahr dem befreundeten Ministerium" für Wissenschaft und Kultur mit 95 000 Euro für den Etat des Kulturlandjahres unter die Arme greift. "Das macht ja auch Freude", so Vogelsänger. So finde etwa im Wegemuseum in Wusterhausen (Dosse) eine gemeinsame Ausstellung des Museums und des Landesbetriebs für Straßenwesen statt, die sich mit der Geschichte der Verkehrswege zwischen Sachsen und Preußen beschäftige.

Insgesamt wird das Themenjahr mit 750 000 Euro aus dem Etat des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur unterstützt. Dazu kommen Fördermittel des Ostdeutschen Sparkassenverbands und der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Nach Angaben von Faber-Schmidt rechnen die Veranstalter in diesem Jahr auch dank der Landesausstellung mit rund 300 000 Besuchern. Im vergangenen Jahr hatten 200 000 Menschen die Veranstaltungen unter der Dachmarke des Kulturlandjahres besucht.