ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:58 Uhr

Kohle und Klima
Lausitz kann Know-how zum Gelingen der Energiewende liefern

Energiewende in Brandenburg: Rund 100 Windräder drehen sich im riesigen Windpark westlich von Falkenberg/Elster, der sich über drei Landkreise erstreckt.
Energiewende in Brandenburg: Rund 100 Windräder drehen sich im riesigen Windpark westlich von Falkenberg/Elster, der sich über drei Landkreise erstreckt. FOTO: Birgit Keilbach
Cottbus. Verein will Berliner Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen in Sachen Klimapolitik beleben und liefert Fakten, wie die Lausitz der Schlüssel zum Gelingen der Energiewende sein kann. Von Christian Taubert

Der Verein Pro Lausitzer Braunkohle hat sich am Freitag mit einer Sammlung von Fakten und Informationen an die Öffentlichkeit gewandt und eine Vorschlag unterbreitet, wie die Lausitz der Schlüssel zum Gelingen der Energiewende sein kann. Aus der Sicht des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Rupieper bietet das Papier einen neuen Denkansatz für die festgefahrene deutsche Energiewende sowie für die Sondierungsgespräche in Berlin zum Thema Klimapolitik.

Der Verweist zunächst darauf, dass die Lausitz mit der Stilllegung von Kraftwerken, Brikettfabriken und Tagebauen nach 1990 „die Hälfte der gesamten deutschen Kohlendioxid-Emissionsminderungen allein geschultert hat“. Zudem zähle der Lausitzer Braunkohle-Kraftwerkspark nach erheblichen Modernisierungen „heute als der weltweit modernste seiner Art“. Die vermeintlichen „Dreckschleudern“, heißt es in dem Papier, so Rupieper, stecken voller Innovationen und werden weiter flexibilisiert und digitalisiert. Auch hier bleibe die Lausitz Vorreiter.

Der im bundesweiten Vergleich ebenso vorbildliche Ausbau der Erneuerbaren in der Region habe zu einem Nucleus Lausitz aus fossiler Energie, Erneuerbaren, Forschung und Energiewirtschaft geführt, der durch progressiven Technologietransfer das dringend notwendige Know-how zum Gelingen der deutschen Energiewende liefern könne. „Nirgends sonst in Deutschland spiegelt eine Region die Herausforderungen der Energiewende so stark wider, nirgends sonst existiert ein vergleichbar geballtes Know-how zu Energiethemen in Forschung und Wirtschaft“ erklärt Rupieper.

Ein Institut für Energiewende in der Lausitz, dass sich unabhängig und wissenschaftlich mit den wichtigen Themen wie Hochspannungstechnik, Energiesystemtechnik und Energielogistik sowie den verbundenen soziokulturellen Aspekten beschäftige, könne der Schlüssel zum Gelingen der deutschen Energiewende sein“. Die Lausitz kann mit ihren drei Kohlekraftwerken dringend benötigte Antworten für weltweit 1600 Kohlekraftwerke liefern, die sich derzeit in Bau oder Planung befinden, von bestehenden Kohlekraftwerken ganz abgesehen.

Auf die jüngst veröffentlichte Agora-Studie zur Lausitz eingehend wird in dem Papier auf System- und Denkfehler ebenso verwiesen, wie „auf den rein ideologischen Ansatz“ der grünen Energiewende-Denkfabrik. „Es ist schlichtweg überheblich und ignoriert die Probleme in der Welt, wenn Deutschland sich weiter im effektlosen Alleingang als vermeintlicher Klimaretter aufspielt“, sagt Wolfgang Rupieper. Die Bundespolitik sollte sich endlich für statt gegen etwas entscheiden – und zwar für progressiven Klimaschutz. Sie sollte endlich die Vorleistungen der Lausitz anerkennen und die technologischen Chancen nutzen, die sich im Nucleus Lausitz ergeben. „Dann kann die Lausitzer Kohle eine saubere Rolle für die Welt übernehmen – und unsere Heimat einmal mehr aus eigener Kraft eine neue Zukunft generieren“, erläutert der Vereinsvorsitzende.