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Brandenburg
Golßener Wurst, Finsterwalder Bier & Co.

Erst eine ordentliche Grundlage mit Wurstspezialitäten aus Golßen – liebevoll nahegebracht von Susanne Roch – und dann gibt es für Agrarminister Jörg Vogelsänger ein frisch Gezapftes von Braumeister Markus Klosterhoff (r.) am Stand der Finsterwalder Brauerei. Und wenn die viele Wurst noch immer schwer im Magen liegt, hilft vielleicht der „Rote Adler“ der Brennerei Sellendorf . . .
Erst eine ordentliche Grundlage mit Wurstspezialitäten aus Golßen – liebevoll nahegebracht von Susanne Roch – und dann gibt es für Agrarminister Jörg Vogelsänger ein frisch Gezapftes von Braumeister Markus Klosterhoff (r.) am Stand der Finsterwalder Brauerei. Und wenn die viele Wurst noch immer schwer im Magen liegt, hilft vielleicht der „Rote Adler“ der Brennerei Sellendorf . . . FOTO: Bernd Settnik / dpa
Berlin. Heute eröffnet fürs Publikum die Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche. Agrarminister Vogelsänger durfte schon mal vorkosten.  Von Benjamin Lassiwe

Jörg Vogelsänger genießt das Foto sichtlich: Umgeben von der Spargelkönigin aus Beelitz, der Erntekönigin und weiteren gekrönten Häuptern steht Brandenburgs Landwirtschaftsminister auf der Bühne der Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche. Am Tag vor der heutigen Eröffnung der weltgrößten Messe für Landwirtschaft und Ernährung unternimmt der SPD-Politiker, begleitet von Funk und Fernsehen, einen Rundgang zu den 75 Marktständen in Halle 21a. „Wir erwarten 400 000 bis 500 000 Besucher in der schönsten Halle der Grünen Woche“, sagt Vogelsänger. „Das Land Brandenburg ist für die Grüne Woche gut aufgestellt.“

Und dann zieht der Minister los. Gleich am ersten Stand, jenem der Spargelstadt Beelitz, gesellt sich ein überdimensionaler Riesenspargel zum Foto mit dem Minister und den Königinnen. Nach und nach präsentieren die Aussteller die Höhepunkte der Messe. Hemme-Milch und Uckerkaas vertreten die Uckermark, und am Stand der Brennerei Sellendorf, einem Familienunternehmen aus dem Spreewald, probiert Vogelsänger erstmal einen „Roten Adler“, einen kräftigen Kräuterlikör. „Wir haben in diesem Jahr ein neues Flaschendesign“, sagt Geschäftsführerin Anette Diebow. Zudem gab es 2017 den Goldenen DLG-Preis für den „Sellendorfer Kräuterlikör“ - wozu auch der Minister gratuliert. Für den Betrieb sei es jedenfalls ganz wichtig, auf der Messe vertreten zu sein.

Grüne Woche Berlin 2018
Grüne Woche Berlin 2018 FOTO: Messe Berlin

Ähnliche Erfahrungen hat auch das Finsterwalder Brauhaus gemacht, das seit 1999 auf der Grünen Woche vertreten ist. „Wir haben hier viele Kontakte und eine sehr treue Kundschaft“, sagt Braumeister Markus Klosterhoff, der die bekannten Biersorten mit zur Messe gebracht hat.

Ähnliche Erfahrungen machen die Aussteller auch am anderen Ende Brandenburgs, in der Prignitz. Jan Lange von der „Alten Ölmühle“ aus Wittenberge, die schon traditionell eines der Hallenrestaurants bewirtschaftet, berichtet von zahlreichen Besuchern, die das Prignitzer Hotel mit dem hauseigenen Brauhaus auf der Messe kennengelernt haben und dann einen Urlaub in der Region verbrachten.

Jörg Vogelsänger ist inzwischen im Kochstudio der Agrarmarketinggesellschaft Pro Agro angekommen. Für die Fotografen schneidet er Fleisch. „Ich hoffe, ich habe hier keinen Vegetarier erwischt?“, fragt ein Moderator den Minister. „Das muss jeder selbst entscheiden – und bei uns in Brandenburg schmeckt einfach alles“, antwortet der SPD-Politiker. Und die Journalisten erfahren, dass auch Matthias Platzeck und Axel Schulz im Kochstudio vorbeischauen werden. Manche Menschen gehören bei der Grünen Woche zur Brandenburg-Halle eben genauso dazu wie die Ernteköniginnen im Schlepptau des Ministers.

In sorbischer Tracht präsentiert Susanne Roch am 18.01.2018 in Berlin in der Brandenburg Halle auf der Grünen Woche Golßener Wurstspezialitäten.
In sorbischer Tracht präsentiert Susanne Roch am 18.01.2018 in Berlin in der Brandenburg Halle auf der Grünen Woche Golßener Wurstspezialitäten. FOTO: Bernd Settnik / dpa

Der ist mittlerweile weitergezogen und steht nun dort, wo in Brandenburg „der Pfeffer wächst“. Denn mit dem etwas gewagten Slo­gan „Elbe-Elster . . . dort wo der Pfeffer wächst“ präsentiert sich der südwestlichste Kreis des Landes in der Brandenburg-Halle. Damit will man auf die Baumschule Graeff aus Bad Liebenwerda aufmerksam machen, die erstmals ihre Plantage für Szechuan-Pfeffer auf der Messe präsentiert. Eine Pflanze, die deutschlandweit so nur in Elbe-Elster angebaut wird. Vogelsänger ist begeistert und beißt in ein Stückchen Salami, das mit dem Pfeffer gewürzt wurde.

Doch die Internationale Grüne Woche ist für Brandenburgs Landwirtschaftsminister nicht nur ein Fototermin mit angeschlossener Produktverkostung. Es ist auch harte Arbeit, nicht nur für den Magen des Ministers. Schon am Mittwochabend trafen sich in der Brandenburg-Halle auf Einladung Vogelsängers die Agrarminister der ostdeutschen Länder mit den Präsidenten der Landesbauernverbände. Es ging um die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik – denn Brüssel will die Direktzahlungen für die Landwirte möglicherweise an die Größe der Betriebe koppeln, was die eher größeren Betriebe in Brandenburg vor Schwierigkeiten stellen könnte. Minister und Verbandsvertreter vereinbarten deshalb, sich neben einer Vereinfachung der Förderverfahren dafür einzusetzen, dass die Direktzahlungen nicht gekappt werden, und bei einer Umverteilung der EU-Mittel „das Geld in den jeweiligen Regionen bleibt.“