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| 11:16 Uhr

Auf 272 Kilometern durch Brandenburg
Erdgaspipeline „Eugal“ hat Baugenehmigung erhalten

Auf 272 Kilometern soll „Eugal“ künftig das Land Brandenburg von Nord nach Süd queren.
Auf 272 Kilometern soll „Eugal“ künftig das Land Brandenburg von Nord nach Süd queren. FOTO: Benjamin Lassiwe
Potsdam. Die Erdgaspipeline „Eugal“ hat die Baugenehmigung erhalten. Von Benjamin Lassiwe

47 000 Rohre, 700 000 Tonnen Stahl. Auf 272 Kilometern soll die Erdgaspipeline „Eugal“ künftig das Land Brandenburg von Nord nach Süd queren: Von der Uckermark bei Prenzlau bis zum Elbe-Elster-Kreis bei Finsterwalde soll die Gasleitung gebaut werden.

Ab Ende 2019 soll dann Gas aus Russland, Norwegen und den Niederlanden in der Pipeline transportiert werden. Am Freitag übergaben Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und der Präsident des brandenburgischen Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Hans-Georg Thiem, den Planfeststellungsbeschluss an den Projektträger „Gascade Gastransport GmbH“.

„Eine sichere Versorgung mit Erdgas bleibt auch in der Zukunft unverzichtbar“, sagt Wirtschaftsminister Gerber. Deutschland sei schon immer vom Import von Erdgas abhängig gewesen. Der neue Bau erhöhe die Versorgungssicherheit mit Erdgas. Die Pipeline wird in der Nähe von Greifswald mit der als „Nord Stream 2“ bekannten Ostseepipeline verbunden. Dadurch werden freilich die durch Polen und die Ukraine führenden Transitwege für russisches Gas umgangen. In Osteuropa und im Baltikum hatte der Bau der „Nord Stream“-Pipeline deswegen für scharfe Kritik gesorgt.

„Die Bundesregierung steht aber hinter dem Projekt“, sagte Gerber. Zudem werde mit der Ukraine über neue Verträge zur Gasdurchleitung verhandelt. „Wir müssen zusehen, mit allen unseren osteuropäischen Nachbarn in gutem Einvernehmen zu arbeiten.“ Eigentümer des Projektträgers „Gascade“ sind das weltgrößte Erdgasunternehmen  Gasprom  (Russland) und die deutsche BASF.

 Wie Thiem erklärte, habe es während des Genehmigungsverfahrens 100 Stellungnahmen von Verbänden und Organisationen sowie 60 private Einwendungen gegeben. Auch eine Konsultation mit der Republik Polen habe es in der Genehmigungsphase gegeben. In den nächsten zwei Wochen werde der Beschluss noch einmal öffentlich ausgelegt. Wer meine, dass seine Einwände nicht hinreichend berücksichtigt worden sind, könne dann vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen den Beschluss einreichen.

Der Geschäftsführer der „Gascade Gastransport GmbH“, Christoph von dem Bussche, erklärte, man habe bereits einen Großteil der insgesamt 6000 für diese Pipeline benötigten Grundstücke erworben. Mit einer „kleinen Handvoll“ von Grundstückseigentümern sei man noch im Gespräch. Von dem Bussche räumte ein, dass es am Ende auch zu sogenannten „Besitzeinweisungen“ durch Gerichte kommen könnte. So etwas werde nicht angestrebt, sei aber prinzipiell möglich, wenn ein Gericht entscheide, dass das öffentliche Interesse an einem wichtigen Infrastrukturprojekt das private Interesse überwiege.

Sollte es durch die Transporte von Rohren Straßenschäden geben, würde die Baugesellschaft diese Schäden anschließend selbstverständlich ersetzen.