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| 02:39 Uhr

"Die Bürger dieses Landes müssen nicht beunruhigt sein"

Für Bundespräsident und Innenminister – die BFE plus tritt an.
Für Bundespräsident und Innenminister – die BFE plus tritt an. FOTO: dpa
Ahrensfelde. Die Bundespolizei erlebt durch die Flüchtlingskrise die höchste Belastung ihrer Geschichte. Der Bundespräsident würdigt diesen Einsatz. Und er sendet zugleich das Signal: Der Staat funktioniert. dpa/bl

Die Deutschen brauchen sich nach den Worten von Bundespräsident Joachim Gauck keine Sorgen um die innere Sicherheit zu machen. Das sagte das Staatsoberhaupt am gestrigen Donnerstag in Ahrensfelde bei Berlin. Gauck besuchte dort gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die neue Spezialeinheit BFE plus der Bundespolizei, die für den Einsatz gegen Terroristen trainiert wird.

"In der gegenwärtigen Situation sind viele Menschen verunsichert, ob der Staat, ob die staatlichen Institutionen handlungsfähig sind, ob die Sicherheit der Bürger gewährleistet ist", sagte Gauck. Er habe sich bei der Bundespolizei ein persönliches Bild gemacht. "Ich muss sagen, dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass die Bürger dieses Landes nicht beunruhigt sein müssen."

Bundespolitik und Polizei würden den Herausforderungen gerecht, allerdings "unter Aufbietung aller Kräfte, sodass viele der Beamten an der Grenze ihrer Kräfte angekommen sind", so das Staatsoberhaupt. "Ich begrüße deshalb das Vorhaben, die Bundespolizei personell zu verstärken." Vor Gauck haben erst zwei Bundespräsidenten die Polizei des Bundes besucht: Walter Scheel (1974-1979) und Johannes Rau (1999-2004).

Sein Kommen solle Respekt ausdrücken "gegenüber den Menschen, die mit Leib und Leben für innere Sicherheit sorgen", sagte der Bundespräsident. Gauck besuchte gestern außerdem das Gemeinsame Terrorabwehrzentrum in Berlin, in dem inzwischen 40 nationale Behörden zusammenarbeiten.

Seit Beginn der Grenzkontrollen im September hat die Bundespolizei eine enorme Zahl von Überstunden angehäuft. Sie hat etwa 40 000 Mitarbeiter, etwa 31 000 davon Vollzugsbeamte. Bei den Kontrollen an der Grenze zu Österreich sind momentan laut Innenressort etwa 1500 Beamte im Einsatz - deutlich mehr als in normalen Zeiten.

In Ahrensfelde sind 800 Beamte stationiert. 50 von ihnen gehören zur BFE plus. Das Kürzel steht für "Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus". Die BFE plus soll für groß angelegte und länger dau ern de Fahndungsaktionen bereitstehen sowie die Bereitschaftspolizei und die GSG 9 im Fall eines terroristischen Anschlags unterstützen. Sie trägt stärkere Waffen und robustere Schutzkleidung als die normale BFE.