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Bildungsstudie
Deutsche Grundschüler schwächer - Brandenburg im Mittelfeld

Eine Grundschülerin sitzt am 30.09.2014 in der Grundschule in Weißenau (Baden-Württemberg) während des Mathematikunterrichts über ihren Aufgaben.
Eine Grundschülerin sitzt am 30.09.2014 in der Grundschule in Weißenau (Baden-Württemberg) während des Mathematikunterrichts über ihren Aufgaben. FOTO: dpa
Potsdam. Seit Jahren beklagt die Opposition in Brandenburg den Ausfall von Unterrichtsstunden, weil Lehrer fehlen. Laut einer Studie lassen die Leistungen der Grundschüler insbesondere in der Rechtschreibung deutlich zu wünschen übrig.

Brandenburgs Viertklässler haben bei einer Untersuchung ihrer Kompetenzen in Deutsch und Mathematik nur Werte im Mittelfeld erreicht. Bei der Rechtschreibung schaffte knapp ein Viertel der Grundschüler nicht den Mindeststandard. Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Untersucht wurde, inwieweit Viertklässler Bildungsstandards der KMK in Deutsch und Mathematik erreichen.

Deutschlandweit haben sich die Viertklässler innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in der Rechtschreibung verschlechtert. Die Lesekompetenz ist dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011. An der Studie hatten rund 30 000 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Bundesländern teilgenommen.

Bei der Rechtschreibung erreichten 23,2 Prozent der Brandenburger Grundschüler nicht den Mindeststandard - beim Schlusslicht Bremen sind dies mehr als 40 Prozent. Wesentlich besser ist es in Brandenburg beim Zuhören, dort erreichen nur knapp 10 Prozent nicht die Mindestanforderungen. Beim Lesen sind dies 12,5 Prozent und in Mathematik 14,7 Prozent. Den Regelstandard erreichten in diesen Bereichen 50,7 Prozent bis 67,0 Prozent der Schüler.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zeigte sich erfreut darüber, dass die Schüler im Fach Mathematik vergleichsweise gut abgeschnitten hätten. „Das Ergebnis für das Fach Deutsch, insbesondere Orthografie, ist nicht so ausgefallen, wie wir es uns wünschen“, räumte Ernst ein. „Wir werden die Daten jetzt eingehend analysieren und Schlussfolgerungen für unsere Arbeit ziehen.“

Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Ergebnisse besorgniserregend. Notwendig seien mehr Lehrer und mehr Investitionen in die Grundschulen. „Wir brauchen kleinere Klassen, verlässliche Angebote der individuellen Förderung, Unterstützungssysteme für die Schulen und motivierte Lehrkräfte“, betonte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs.

Die oppositionelle CDU im Landtag bezeichnete die Ergebnisse in einer Mitteilung „enttäuschend, aber nicht überraschend“. In jedem Schuljahr würden in Brandenburg eine Million Unterrichtsstunden nicht planmäßig erteilt, klagte deren Bildungsexperte Gordon Hoffman. „Besonders traurig am Unterrichtsausfall ist, dass Schüler aus sozial schwachem Umfeld darunter besonders stark leiden.“

(dpa)