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| 01:29 Uhr

Der schwierige Umgang mit HIV

Lübben. Obwohl lediglich ein Mensch beim Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald in diesem Jahr positiv auf HIV getestet wurde, könnte die Zahl der Neuinfizierten weit höher liegen. Warum das so ist, erklärt Sebastian Rubach von der Aids- und Familienberatung des Landkreises Dahme-Spreewald. Mit Sebastian Rubach sprach Juliane Preiß

Ein einziger positiver Test: Ist HIV/Aids kein Problem in der Region?

Diese Zahl sagt erst einmal relativ wenig aus. Die Menschen können sich auch in Berlin oder im Nachbarkreis testen lassen. Die Zahl der Neu-Infizierten kann also höher sein, als die Statistik angibt. In der Beratungsstelle in Königs Wusterhausen werden auch wesentlich mehr Tests gemacht als in Lübben.

Ist Aids immer noch ein Tabuthema?

Es ist ein sehr intimes Thema, es geht um Sexualverhalten und Beziehungen. Darüber zu sprechen, ist nicht einfach. Und die Leute sind sehr unsicher. Es gibt immer noch viele Vorurteile.

Welche sind das?

Beispielsweise, dass Aids ein Problem von Homosexuellen, Drogensüchtigen und Prostituierten ist. Und wenn es um die Infektionsrisiken geht, sind die Leute unsicher. Dabei ist das HI-Virus ein schwer übertragbares Virus. Man steckt sich nicht an, wenn man aus demselben Glas trinkt. Bei solchen und anderen Fragen helfen wir in den Beratungsstellen.

Was raten Sie den Menschen, die zu Ihnen kommen?

Das hängt ganz vom Klienten ab. Aber ich würde nie jemanden drängen, einen HIV-Test zu machen, wenn er das nicht will. Was mich freut, ist allerdings, dass sich zunehmend mehr Leute testen lassen.