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Der Prozess um den Mord an Alyssa steht kurz vor dem Abschluss

Eichwalde. Im Prozess um den grausamen Mord an der 14-jährigen Schülerin Alyssa aus Eichwalde (Dahme-Spreewald) soll in diesem Monat ein Urteil gesprochen werden. Alle Ankläger plädieren für die Höchststrafe. Jan Siegel

Eigentlich sollte am Dienstag einer der beiden Anwälte von Maurice M. sein Plädoyer vor der Jugendkammer des Cottbuser Landgerichts für seinen Mandanten halten. Die Verteidiger-Anwälte aber hätten sich entschieden, gemeinsam zu plädieren, hieß es zu Beginn des Verhandlungstages. Und so hatte gestern der Anwalt der Eltern der getöteten Alyssa als Vertreter der Nebenklage die Gelegenheit, den Prozess aus seiner Sicht noch einmal zusammenzufassen.

Auch er forderte eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten nach den Regeln des Jugendstrafrechts. Eine konkrete Höhe der Strafe aber nannte der Anwalt nicht. Er schloss sich vielmehr den Forderungen der Cottbuser Staatsanwaltschaft an. Die hatte in ihrem Plädoyer die Höchststrafe für Maurice M. gefordert. Unter Berücksichtigung der Vorgaben des Jugendstrafrechts würde dies eine Verurteilung zu 15 Jahren Haft bedeuten. Es dürfte den Verteidigern schwerfallen, eine niedrigere Strafe für ihren Mandanten zu erreichen. Es ist vor allem die außergewöhnliche Grausamkeit der Tat, die den Prozessbeteiligten in den zurückliegenden Monaten während der Verhandlungstage immer wieder das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Die Gerichtsmediziner hatten protokolliert, dass Maurice M. insgesamt 78-mal mit zwei Messern auf die fast sofort wehrlose Alyssa eingestochen hatte.

Fraglich ist nach wie vor, ob der Angeklagte die unfassbare Schwere seiner mörderischen Tat bis heute überhaupt begriffen hat. Er selbst hat sich während der vielen Prozesstage bisher nicht ein einziges Mal zu dem Fall geäußert. Einzig eine kurze schriftliche Erklärung gibt es von dem Mann, die er zum Beginn des Prozesses von einem seiner Anwälte verlesen ließ.

Ein psychiatrischer Gutachter hatte Maurice M. denn auch eine Persönlichkeitsstörung attestiert, aber seine Schuldfähigkeit dabei nicht angezweifelt.

Seine Verteidiger sollen nun am 27. April plädieren. Drei Tage später könnte dann bereits das Urteil in dem Mordfall gesprochen werden.