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| 02:34 Uhr

Der neue Brandenburger Sorben- und Wendenrat ist jung

Cottbus. Marcus Koinzer, Angela Schurmann, Ute Henschel, Torsten Mack und William Janhoefer beraten Brandenburgs Landtag nun in sorbischen/wendischen Angelegenheiten. Bis Mitternacht hatte der Wahlausschuss am Sonntag gebraucht, um alle Stimmen auszuzählen. Annett Igel-Allzeit

Verloren hat keiner der acht Kandidaten. "Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen", sagt der Wahlausschussvorsitzende Jörg Masnik. Den Studenten William Janhoefer und Michael Haidan auf dem ersten Nachrückplatz trennen nur neun Stimmen.

1602 Bürger hatten sich ins Wählerverzeichnis eintragen lassen. Bis zum Sonntag um 10 Uhr kamen 1279 Wahlbriefe an. 32 Briefe mussten zurückgewiesen werden, weil der Wahlschein nicht unterschrieben war oder nicht im Kuvert steckte. "Ein Stimmzettel war ungültig, so dass 1245 Stimmzettel in die Zählung eingingen", so Masnik. Nach dem vorläufigen Endergebnis konnte der 27-jährige Lehrer Marcus Koinzer mit 782 die meisten Stimmen verbuchen - vor Angela Schurmann (697), Ute Henschel (612), Torsten Mack (547) und William Janhoefer (499). Auch Michael Haidan, Helmut Mattick und Dieter Freihoff schafften mehr als 400 Stimmen. Das Durchschnittalter des Rates liegt bei guten 40 Jahren. "Ich freue mich über 80 Prozent Wahlbeteiligung. Nur den Aufwand beim Auszählen haben wir unterschätzt", sagt Masnik.

Erstmals wurde der Sorben- und Wendenrat per Briefwahl gewählt. "Das ist ein großer Unterschied zum alten Verfahren, wo zur Wahlveranstaltung 200 bis 300 Leuten kamen", sagt Masnik. Der größte Anteil der Wähler kam zu 49 Prozent aus dem Spree-Neiße-Kreis - aus dem Amtsbereich Peitz, aus der Großgemeinde Kolkwitz, aus dem Amt Burg, aus Spremberg, Döbern-Land und Schenkendöbern. Aus Cottbus kamen 23 Prozent der Wähler. Stimmen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald mit Lübben, Luckau, Schlepzig sowie Krausnick-Groß Wasserburg, Märkische Heide und Lieberose gingen zu 21 Prozent ein. Der Oberspreewald-Lausitz-Kreis war mit sechs Prozent vertreten.

In fünf Jahren mit dem neuen Landtag steht die nächste Sorben-/Wendenratswahl an. Mehr Veranstaltungen, auf denen sich die Kandidaten den Fragen der Bürger stellen, wünscht sich Masnik. "Und ob wir uns mehr Helfer fürs Zählen holen oder mehr Zeit einplanen, entscheiden wir bis dahin."