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| 02:37 Uhr

Denkmalschutz für SED-Privatwelt in Wandlitz

Potsdam/Wandlitz. Das einst abgeschottete Privatrefugium der SED-Führung, die Waldsiedlung Wandlitz (Barnim), soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ein Sprecher des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalschutz bestätigte am Donnerstag einen RBB-Bericht. dpa/uf

Danach sei die "Unterschutzstellung" in Vorbereitung. Noch 2017 soll eine Entscheidung fallen, erklärte er. Unklar sei aber, welche Areale genau geschützt werden sollen, ergänzte Stephan Breiding, Sprecher des Kulturministeriums.

1958 ließ das SED-Politbüro die Siedlung für ranghöchste Parteifunktionäre und ihre Familien bauen - mit Kino, Sauna, Schwimmbad und Restaurant. Die etwa 23 Familien, die hier wohnten, hatten auch Hausangestellte. In der Kaufhalle gab es Westwaren oder andere Dinge, die sonst in der DDR kaum erhältlich waren. Auch DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker lebte hier.

Nach der Wende wurde auf dem Gelände die Brandenburg-Klinik eröffnet. Dass die Waldsiedlung jetzt unter Schutz gestellt werden soll, sei nichts Besonderes, betonte der Landesamtssprecher.

Einst hatte die Behörde den Denkmalschutz-Status für das Areal abgelehnt. Die Begründung damals: Das Gebäude-Ensemble weise keine architektonischen Besonderheiten auf, und der zentrale Charakter der Siedlung sei verschwunden, weil die massive Umzäunung entfernt wurde, erklärte Breiding. Zudem lag Anfang der 1990er-Jahre der Fokus auf dem Erhalt des historischen und baukulturellen Erbes Brandenburgs vor 1945, hieß es. Der Siedlungs-charakter der Anlage sowie das frühere Wohnhaus von Walter Ulbricht mit der Bibliothek seien besonders schützenswert, hieß es nun. Außerdem bestehe ein gestiegenes öffentliches Interesse an dem Areal und seiner historischen Bedeutung.