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Demnächst Theater und Debüt-Album

Luis Held am Rande einer Lesung im Hotel Bleiche in Burg.
Luis Held am Rande einer Lesung im Hotel Bleiche in Burg. FOTO: Peter Becker/peb1
Burg. Für Fans der Bibi-Blocksberg-Verfilmungen "Bibi und Tina" ist der Schauspieler Louis Held ein Star. Am Rande einer Lesung im Hotel Bleiche in Burg sprach die RUNDSCHAU mit ihm über seinen Weg in den Beruf, ganz neue Pläne und wie es ist, ein Teeniestar zu sein.

Herr Held, Sie spielten in den vier "Bibi und Tina"-Filmen den Alexander von Falkenstein, eine Hauptrolle, wie sind Sie überhaupt zur Schauspielerei gekommen?
Held: Ich habe im Vergleich zu anderen erst spät damit angefangen. Als Kind und Jugendlicher habe ich viele Fotoshootings gemacht, war in einer Kinder-Fotoagentur. Irgendwann wurden mir diese Posings zu langweilig. Ich fand bewegte Bilder viel spannender. Filme habe ich schon immer gerne geschaut. Also fragte ich meine Agentin nach Kontakten zur Filmbranche. Schon nach einer Woche hatte ich den Casting-Termin für "Bibi und Tina". Bevor die Dreharbeiten dafür begannen, habe ich noch in einem ZDF-Krimi gespielt.

Was war so reizvoll an der Figur des Alexander von Falkenstein, dass Sie bereit waren, ihn in vier Filmen zu spielen?
Held: Ehrlich gesagt hatte ich mich beim Casting für eine andere Rolle beworben, für Freddy, den Schmied. Der war immer auf seiner Motocross-Maschine unterwegs, das hat mir gefallen. Die Produktionsfirma schrieb mir dann: Hast du cool gemacht, aber eigentlich siehst du eher aus wie der Alex. Hast du Lust, ein Casting dafür zu machen. Nachdem ich mich mit der Figur auseinandergesetzt hatte, verstand, was für ein Typ der Alexander von Falkenstein ist, fand ich sie interessant. Der Regisseur Detlev Buck drückte mir dann eine DVD in die Hand "Leoparden küsst man nicht", uralt, mit Cary Grant in der Hauptrolle, und meinte, so will ich deine Rolle haben.

Was für einer ist dieser Alexander von Falkenstein?
Held: Ein wirklich guter Mensch, aber eben etwas tollpatschig. Er weiß nicht so recht, wohin mit sich. Dieses bisschen Trottlige, aber zutiefst Gutmenschliche zu spielen, hat mir total Spaß gemacht.

Sie haben dann trotz des Erfolgs als Autodidakt eine Schauspielausbildung gemacht.
Held: Vier Bibi-Filme, vier Sommer. Während der Dreharbeiten zum zweiten Film habe ich an der Schauspielschule Charlottenburg angefangen. Ich bin jetzt fertig - jedenfalls fast. Ich müsste noch ein Semester machen, werde das aber nicht ganz schaffen, weil ich da schon Theater spiele. An der Schule haben sie Verständnis dafür und wollen das als meinen Abschluss werten.

Durch diese Filme sind Sie ja quasi über Nacht bekannt geworden . . .
Held: Na ja, in einer bestimmten Altersgruppe.

Ein Mädchenschwarm - wie sind Sie damit umgegangen?
Held: So schlimm schwärmt es nicht. Ich halte mich in meiner Freizeit ja eher nicht unter Kindern auf. Klar, wenn auf der Straße mal 'ne Schulklasse vorbeiläuft, merkt man die Blicke: Ist er's? Wenn mich Leute erkennen und nach 'nem Foto fragen, freue ich mich. Sie schätzen ja, was man macht. Teenie-Schwarm, damit kann ich nichts anfangen, weil ich noch das gleiche Leben führe wie vorher.

In Ihrer Vita steht, Sie sind Schauspieler, Model und Sänger - wo sehen Sie sich in Zukunft?
Held: So was steht in meiner Vita - wer hat das geschrieben? Ich bin Schauspieler und hoffe, in der Branche auch Fuß fassen zu können. Das ist es, was ich mir erträume. Viele tolle Projekte mit vielen tollen Rollen. Das Modeln bezieht sich sicher auf die Foto-Shootings, die ich früher gemacht habe. Sänger, na ja. Ich bin gerade dabei, mein Debüt-Album rauszubringen. Das wird aber eher was Hiphopiges - singen kann ich nicht so gut. Ich bin ein Songwriter, schreibe ul traviele Texte. Zurzeit bin ich auf Konzerttournee mit der Popsängerin Lina (Lina Larissa Strahl, die die Bibi Blocksberg verkörperte). Musik zu machen, ist ein Standbein, das ich mir neben der Schauspielerei sehr gut vorstellen kann.

Was für Rollen würden Sie gerne spielen?
Held: Ich habe mich immer sehr für Geschichte interessiert und würde gerne möglichst viele historische Figuren spielen. Ich finde es toll, sich für so ein Projekt mit der Zeit, in der es spielt, zu befassen, sich reinzufühlen, wie eine Figur in der jeweiligen Zeit denkt und handelt. Alleine auch der Look. Wenn man beispielsweise in die Kluft eines römischen Senators steigt. Das ist ja das Schöne an der Schauspielerei, dass man Dinge erlebt, die im normalen Leben verborgen bleiben.

Ist schon klar, was Sie als Nächstes drehen?
Held: In diesem Jahr eine kleine ZDF-Serie, wo ich nur eine kleine Rolle habe. Wichtig für mich ist jetzt das Theaterprojekt von Katharina Thalbach.

Um welches Stück geht es?
Held: "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams. Die Produktion, in der auch Anna und Nellie Thalbach (Tochter und Enkelin von Katharina Thalbach) spielen, gibt es bereits, ich bin als Neubesetzung dazugekommen. Wir spielen zuerst im Theater am Kurfürstendamm und gehen dann auf Tournee. Für mich ist das aufregend: Ich spiele zum ersten Mal Theater, und der Tom Wingfield ist eine Hauptrolle. Das ist natürlich noch mal eine ganz andere Herausforderung - vom Kinderfilm zum Theater für Intellektuelle.

Mit Louis Held

sprach Renate Marschall

Zum Thema:
Die Filme "Bibi und Tina" basieren auf der von Elfie Donelly erfundenen Geschichte um die kleine Hexe Bibi Blocksberg. Im Jahr 2013 drehte Regisseur Detlev Buck den ersten Streifen, drei weitere folgten dann - jeweils mit riesigem Erfolg beim jungen Publikum. Das Theaterstück "Die Glasmenagerie" spielt in den 1930er-Jahren in den USA. Es gibt Einblick in das Leben einer Familie, in der sich jeder versucht, aus der bedrückenden Realität herauszuträumen, keiner aber den Absprung schafft. Vorstellungs-Termine: 8. und 9. Januar 2018 im Theater am Kurfürstendamm, die Tournee beginnt am 21. Oktober 2018.