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| 18:05 Uhr

Betrügerischer Bankrott
Günther Krause erneut vor Gericht

ARCHIV - 25.11.2017, Kühlungsborn: Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU). (zu «Ex-Minister Krause erneut vor Gericht - Haftstrafe droht» vom 25.03.2018) Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 25.11.2017, Kühlungsborn: Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU). (zu «Ex-Minister Krause erneut vor Gericht - Haftstrafe droht» vom 25.03.2018) Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
Potsdam. Dem Ex-Minister drohen Zwangsräumung seines Hauses und Haftstrafe. dpa

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause steht am Dienstag  erneut wegen betrügerischen Bankrotts vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen in ihrer Anklage beim Amtsgericht Potsdam Insolvenzverschleppung, Bankrott und Vorenthalten von Arbeitsentgelt vor. In dem Prozess geht es um die Pleite einer Unternehmensberatung von Krause, die im Frühjahr 2016 in die Insolvenz gegangen war.

Da Krause wegen derselben Delikte bereits vor Jahren eine Bewährungsstrafe kassiert hatte, droht dem 64-Jährigen nun eine Haftstrafe. Krause war 2009 nach dem Zusammenbruch seiner Firma Aufbau Invest wegen Betrugs, Insolvenzverschleppung und Bankrotts zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Aktuell kommt neben dem Vorwurf des Bankrotts noch ein weiterer Betrugsvorwurf hinzu. Bis zum Dienstag muss er auch den Kaufpreis für sein Wohnhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte in Höhe von 459 000 Euro bezahlen, den er schon seit einem Jahr schuldig ist. Ansonsten müssen er und seine Ehefrau bis zum 10. April aus der Villa mit Schwimmbad und Sauna ausziehen. Bislang sei noch keine Zahlung eingegangen, sagte der Hamburger Anwalt der Verkäuferin, Arne Trimpop, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts.

Zu der neuerlichen Insolvenz, über die nun vor dem Amtsgericht verhandelt wird, hatte Krause erklärt, ihm sei damals wegen des Russland-Embargos ein Großauftrag weggebrochen. Nach seinen Angaben summierten sich die Verbindlichkeiten der Firma auf rund 820 000 Euro. Aus seiner Sicht stünde aber durch den Verkauf einer Immobilie und eines Aktienpakets genügend Kapital zur Deckung der Forderungen zur Verfügung, hatte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur im Januar erklärt.

Doch nach Angaben des Gerichts hatte Krause nie selbst einen Antrag auf Insolvenz für seine Firma Information-Beratung-Projektentwicklung GmbH (IBP) gestellt. Diese musste vielmehr von den Gläubigern beantragt werden. Daraufhin hatte das Amtsgericht das Insolvenzverfahren im Juni 2016 eröffnet. Die Anklage wirft Krause zudem Untreue in 43 Fällen vor, weil er von Januar 2015 bis Juni 2016 Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung nicht gezahlt haben soll.

Krause hatte als Verhandlungsführer der DDR nach der Wende den Einheitsvertrag mit ausgehandelt und auch unterschrieben. Nach seinem Rücktritt als Bundesverkehrsminister der CDU im Jahr 1993 wegen mehrerer Affären hatte er sich aus der Politik zurückgezogen und seine Tätigkeit als Unternehmer aufgenommen.