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Debatte um mögliche Hochschulfusion spitzt sich zu

Mit einer Demonstration vom Campus der brandenburgischen Technischen Universität (BTU) zum Kunstmuseum Dieselkraftwerk (DKW) protestierten am Dienstagabend Studierende und Mitarbeiter der BTU sowie Einwohner von Cottbus gegen die geplante Zusammenlegung der BTU mit der Hochschule Lausitz.
Mit einer Demonstration vom Campus der brandenburgischen Technischen Universität (BTU) zum Kunstmuseum Dieselkraftwerk (DKW) protestierten am Dienstagabend Studierende und Mitarbeiter der BTU sowie Einwohner von Cottbus gegen die geplante Zusammenlegung der BTU mit der Hochschule Lausitz. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus/Senftenberg. Die Gräben zwischen Befürwortern und Gegnern einer möglichen Fusion von Brandenburgischer Technischer Universität (BTU) Cottbus und Hochschule Senftenberg (FH) werden immer tiefer. Alexander Dinger

Vor allem der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) muss nach seinem Wandel vom Gegner zum Befürworter einer Fusion weiter viel Kritik einstecken.

Jedoch aus der Wirtschaft bekommt Szymanski Unterstützung. Erstmalig öffentlich äußerte sich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), Wolfgang Krüger: "Die Wirtschaft ist für eine Hochschulfusion unter einem Dach", sagte er der RUNDSCHAU. Die neue Uni sei eine unglaubliche Zukunftschance für die Lausitz. "Wir freuen uns jetzt auf inhaltliche Debatten", sagte er. Auch der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, äußerte sich positiv: "Ich finde es gut, dass der Oberbürgermeister Strukturveränderungen befürwortet", sagte er.

Aber auch die Kritiker werden immer lauter. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), ein CDU-Studierendenverbund, forderte Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und OB Szymanski in einem öffentlichen Schreiben zum Rücktritt auf. Auch der Präsident der BTU Cottbus bekräftigte noch einmal seine Ablehnung. "Die Zusammenlegung der beiden unterschiedlichen Hochschultypen bringt nichts", sagte Prof. Walter Ch. Zimmerli. Er bezweifelte in einem öffentlichen Schreiben die Leistungsfähigkeit der Senftenberger Kollegen: "Forschungsleistung und Reputation hängen von der Zahl der Veröffentlichungen, Promotionen und Drittmittel ab. Diese Kennziffern werden durch ein Zusammengehen mit der Hochschule Lausitz nicht gesteigert, die kaum Doktoranden und kein eigenes Promotionsrecht besitzt", sagte er.

Das Wissenschaftsministerium aus Potsdam bekräftigte indes noch einmal, dass die Hochschulregion Lausitz in den kommenden Jahren mit mehr Geld rechnen könne. "Die Gelder sind bereits in den vom Kabinett verabschiedeten Haushaltsplan eingestellt", so Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt. Kritiker wie der Cottbuser Landtagsabgeordnete Michael Schierack (CDU) bezeichneten die Beteuerung prompt als Mogelpackung, da das Geld für zusätzliche Studiengänge gebraucht werde, aber nicht für das Kerngeschäft der Universität geplant sei.