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Das unbekannte Land

Den Spreewald mit seinem Fließen kennen immerhin 80 Prozent der Befragten. Dass er zu Brandenburg gehört, wissen deutlich weniger Deutsche.
Den Spreewald mit seinem Fließen kennen immerhin 80 Prozent der Befragten. Dass er zu Brandenburg gehört, wissen deutlich weniger Deutsche. FOTO: dpa
Potsdam. Nur jeder vierte Deutsche hat laut Studie eine Vorstellung von Brandenburg. Das muss sich ändern, heißt es aus der Staatskanzlei. Benjamin Lassiwe / iwe1

Nur jeder vierte Bundesbürger kann sich unter dem Land Brandenburg konkret etwas vorstellen. Damit zählt das Bundesland zu den unbekanntesten Ländern in Deutschland. Nur unter Sachsen-Anhalt und Thüringen können sich noch weniger Menschen etwas vorstellen, Bayern dagegen ist 66 Prozent der Deutschen gut bekannt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Chef der Potsdamer Staatskanzlei, Thomas Kralinksi (SPD) am Mittwoch in der Landeshauptstadt präsentierte.

Die Studie soll als Grundlage für das geplante Landesmarketing dienen: Dafür hatte Rot-Rot zunächst 500 000 und ab dem kommenden Jahr eine Million Euro in den Landeshaushalt eingestellt. Verantwortlich für das Marketing ist der ehemalige Regierungssprecher Thomas Braune. Derzeit läuft eine europaweite Ausschreibung, ab 2018 soll dann die Werbekampagne für Brandenburg starten. "Wir sind am unteren Ende der Wahrnehmbarkeit in Deutschland", sagte Kralinski am Mittwoch. "Wir müssen etwas tun, um das Land in der Öffentlichkeit präsenter zu machen."

Abgefragt wurde in der 100 000 Euro teuren Untersuchung auch der Bekanntheitsgrad Brandenburger Orte: So kannten 80 Prozent der Befragten den Spreewald, 66 die Stadt Cottbus, 57 die Uckermark und immerhin 45 Prozent der Befragten war auch Tropical Islands ein Begriff.

Die Prignitz kannten dagegen nur 28 Prozent der Befragten - und nur sechs Prozent der Westdeutschen wussten, dass diese Landschaft in Brandenburg liegt. Ähnlich ist es auch beim Spreewald: Obwohl er bundesweit einen hohen Bekanntheitsgrad hat, wussten nur 63 Prozent der Ostdeutschen und 38 Prozent der Westdeutschen, dass sich der von den Fließen durchzogene Wald in Brandenburg befindet.

Insgesamt scheint das Bild des Landes vor allem das eines Naherholungsgebiets in der Nähe Berlins zu sein - rund 70 Prozent der Studienteilnehmer assoziierten mit Brandenburg wahlweise die Nähe zum Wasser und die Nähe zur Bundeshauptstadt. Dass die Kampagne für das Land Brandenburg vermutlich in zeitlicher Nähe zum nächsten Landtagswahlkampf starten wird, sieht Kralinski nicht als problematisch. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", sagte der Chef der Staatskanzlei. "Um solche Kampagnen aufzustellen, braucht es schlicht einen gewissen Vorlauf, deswegen können wir erst dann starten."