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| 14:54 Uhr

Drogenmarkt Lausitz
Crystal Meth breitet sich weiter aus

Sachsens Polizei will mit einer Studie mehr über Herstellung und vertreib der Droge Crystal Meth herausfinden.
Sachsens Polizei will mit einer Studie mehr über Herstellung und vertreib der Droge Crystal Meth herausfinden. FOTO: Arno Burgi / dpa
Cottbus/Potsdam. Die Rauschgiftkriminalität bleibt in Brandenburg und Sachsen auf einem hohen Niveau. Schuld daran ist vor allem eine Droge: Crystal Meth – nicht nur in der Lausitz. Von Bodo Baumert

Die Zahlen zur Rauschgiftkriminalität, die Brandenburgs Polizei vor wenigen Tagen präsentiert hat, sind leicht steigend. 7635 Fälle wurden im vergangenen Jahr von der Polizei bearbeitet. Das sind 270 mehr als im Vorjahr. Besonders aussagekräftig sind diese Zahlen allerdings nicht. „Rauschgiftkriminalität ist ein Kontrolldelikt“, sagt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Je mehr die Polizei kontrolliert, desto mehr Straftaten gehen in die Statistik ein. „Das Dunkelfeld ist größer“, weiß Mörke.

Vor allem die Modedroge Crystal Meth bereitet den Ermittlern weiter Kopfzerbrechen. „Crystal ist weiter auf dem Vormarsch“, bestätigte der oberste Polizist Brandenburgs.

Das zeigt auch ein Blick in die Gerichte der Region. Zahlreiche Fälle von Crystal-Schmugglern und -Dealern werden dort derzeit verhandelt. Am Landgericht in Cottbus saßen unter der Woche zwei Kuriere auf der Anklagebank, die Crystal aus Tschechien geholt hatten. In Görlitz geht in der kommenden Woche der Prozess gegen einen 30-Jährigen weiter, der Crystal eingeführt und mit anderen Drogen gedealt haben soll. Aus Senftenberg stehen zudem Vater und Sohn vor Gericht, die ebenfalls Crystal im großen Stil importiert haben sollen – insgesamt mehr als zehn Kilo.

In Sachsen ist die Lage ähnlich. Hier gibt es zwar einen deutlichen Anstieg der Rauschgiftkriminalität. Allerdings führt die Landesregierung dies auf „eine höhere Kontrolldichte der Polizei“ zurück. „Im Fokus stehen dabei Händler- und Schmugglerstrukturen“, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Crystal Meth blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Eine so „Dunkelfeldstudie“ zum Thema Crystal soll nun der sächsischen Polizei zusätzliche Informationen zu Herstellung, Verbreitung und Konsum der Droge liefern. Die auf zwölf Monate angelegte Untersuchung wird laut Innenministerium von der Hochschule der sächsischen Polizei durchgeführt und soll noch im ersten Halbjahr 2018 starten.

Ein reines Lausitz-Problem ist Crystal auch in Brandenburg nicht mehr. „Das betrifft längst das ganze Land“, bestätigt Mörke. Von der Grenzregion hat sich Crystal entlang der Autobahnen erst nach Sachsen und in die Lausitz, mittlerweile aber auch bis Berlin ausgebreitet.