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| 11:01 Uhr

Neues Projekt in Brandenburg gestartet
Cottbuser OSZ wird Pilotschule zur Islamismusprävention

 Zu den Mitbegründern des Projektes zählt der israelisch-arabische Islamismusexperte und Psychologe Ahmad Mansour.
Zu den Mitbegründern des Projektes zählt der israelisch-arabische Islamismusexperte und Psychologe Ahmad Mansour. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Cottbus/Potsdam. Ein neues Projekt will an Brandenburger Schulen und Oberstufenzentren junge Flüchtlinge vor einer Entwicklung hin zum Islamismus schützen. In Cottbus startet ein Pilotprojekt. Von Benjamin Lassiwe

Das Oberstufenzentrum Cottbus wird zur Pilotschule für ein neues Projekt zur Islamismusprävention an Brandenburger Schulen. Gemeinsam mit der „Mansour Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention“ des Islamismusexperten und Psychologen Ahmad Mansour sollen jungen geflüchteten Menschen „demokratische Werte“ und „neue Denkanstöße“ vermittelt werden. „Dabei geht es um die kulturelle Integration von Geflüchteten und die Frage, wo dort Risiken liegen“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Martin Gorholt (SPD), am Freitag in Potsdam. In Deutschland müssten Integrationsprobleme offen und klar angesprochen werden. „Integration hat etwas mit Regeln zu tun, und alle haben sich daran zu halten“, sagte Gorholt.

Am Cottbuser OSZ werden gegenwärtig 105 Flüchtlinge unterrichtet, sagte Schulleiter Michael Seifert. Dazu gehöre, dass diese Jugendlichen eine „sehr bunte Sammlung an Vorstellungen, Werten und Vorerziehung“ mitbringen. In der Vergangenheit habe man auf Probleme, die daraus entstanden sind, oft nur reagiert. „Jetzt ist es schön, wenn wir auch mal agieren, und präventiv unterwegs sind.“

Der aus Israel stammende Islamismusexperte Mansour erklärte, mit dem Projekt schneller sein zu wollen als jegliche Extremisten. „Wir wollen die Jugendlichen jetzt erreichen und ihnen Werte vermitteln“, sagte Mansour. Dazu führe man Workshops durch, um die Jugendlichen auf Augenhöhe zu erreichen. „Wir sprechen über Themen, die Risikofaktoren für Radikalisierung sind“, sagte Manosur. „Wenn wir den Jugendlichen kleine Denkanstäße geben, werden sie vielleicht ansprechbar.“ Zu den Themen, die etwa mithilfe von Rollenspielen in den Workshops besprochen werden, zählten etwa patriarchalische Sturkturen, die Gleichberechtigung oder der Unterschied zwischen Glaube und Ideologie. „Es geht um Opfer- und Feindbilder, Verachtung und Ablehnung gegenüber anderen Religionen und Kulturen und den Antisemitismus.“ Aus Sicht seines Projektes sei „Integration die beste Prävention“.

Das Projekt wird nach Angaben der Staatskanzlei mit 139 000 Euro vom Land Brandenburg gefördert. Es solle zunächst an sechs Schulen durchgeführt werden. Derzeit steht aber nur das Cottbuser OSZ als Pilotschule fest.